Oberaudorf/Brannenburg – Statt den 100. Geburtstag der Bergwacht in Bayern (wir berichteten) gebührend zu feiern, mussten zahlreiche Mitglieder der Bergwachten in der Region am Wochenende ihr Können bei unterschiedlichen Einsätzen unter Beweis stellen. Dramatisch lief vor allem ein Einsatz bei Oberaudorf ab. Dort hatte am Sonntag eine Kuh eine Bäuerin (51) so schwer verletzt, dass die Frau per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Die gute Nachricht: Der 51-Jährigen geht es mittlerweile schon wieder so gut, dass sie nach Informationen der OVB-Heimatzeitungen vielleicht schon heute das Krankenhaus wieder verlassen kann.
Suche nach einem
ausgebüxten Rind
Dieses Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Tier hätte auch tödlich enden können: Sonntagmittag hatte sich die 51-jährige Almbäuerin im Brünnsteingebiet auf die Suche nach einer ausgebüxten Kuh gemacht. Im Bereich einer anderen Alm traf die Frau dann plötzlich auf eine gut 300 Kilogramm schwere Kuh, die sie von hinten attackierte, umwarf und dann überrannte.
Ein Familienmitglied, das die Frau bewusstlos auf der Weide gefunden hatte, rief schließlich die Bergwacht Oberaudorf, die sofort zu Hilfe eilte. Auch der Notarzt traf wenig später ein und diagnostizierte unter anderem eine Verletzung des Brustkorbs bei der 51-jährigen Oberaudorferin. Nachdem der Einsatz eines Hubschraubers laut Bergwacht aufgrund der Wetterverhältnisse zunächst aussichtslos schien, konnten die Retter letztlich doch eine kurze Verbesserung der Sichtverhältnisse für einen Abtransport der Verletzten nutzen. Per Seilwinde wurde die 51-Jährige an Bord des Rettungshubschraubers Christoph 1 gezogen und ins Rosenheimer Klinikum geflogen. „Es geht ihr schon wieder recht gut“, sagte eine nahe Verwandte der Oberaudorferin auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen, die sich sonst zum Vorfall aber nicht weiter äußern wollte. Doch nicht nur die Oberaudorfer Bergwacht, auch die Kollegen der Bergrettungswache Brannenburg waren am Wochenende bei mehreren Einsätzen gefordert. So war bereits am Freitag gegen 10.30 Uhr eine 45-jährige Wanderin aus dem Großraum München an der Kindlwand im Heuberggebiet in felsigem Gelände mehrere Meter tief gestürzt. Nach Erstversorgung der Verletzten, die sich einen Unterschenkelbruch zugezogen hatte, durch andere Wanderer, konnte die Frau letztlich per Hubschrauber in ein Klinikum geflogen werden.
Rennradfahrer stürzt
bei vollem Tempo
Gegen Samstagmittag waren die Retter der Brannenburger Bergwacht am Sudelfeld gefordert, nachdem dort ein Rennradfahrer bei vollem Tempo gestürzt war und sich dabei schmerzhafte Hautabschürfungen zugezogen hatte.
Ungefähr zur gleichen Zeit mussten weitere Einsatzkräfte aus Brannenburg im Bereich Wildalpjoch an der Käserwand dann noch einer 28-jährigen Frau zu Hilfe eilen, die sich bei ihrem Ausflug eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen hatte.