Rosenheim – Dreieinhalb Monate waren die Thermen in der Region zu. Ab Montag dürfen sie wieder öffnen. Doch nicht alle Einrichtungen können diesen Termin halten. Denn noch warten die Betreiber nach eigenen Angaben auf konkrete Informationen der bayerischen Staatsregierung.
Das Badria in Wasserburg wird Sauna und Hallenbad ab Montag daher noch nicht öffnen. Leiter Marius Regler bittet um Verständnis bei den Gästen: „Aufgrund der unklaren Rechtslage können wir noch nichts Konkreteres mitteilen.“. Man müsse entsprechend der Vorgaben dann ein Konzept entwickeln, von dem auch der Öffnungstermin abhinge. Dabei gehe es nicht nur um Hygiene und Sicherheit, sondern auch Öffnungszeiten und ein Preismodell.
Schließung hat
großes Loch gerissen
Ein ähnliches Bild in Bad Aibling: Hier warte man ebenfalls auf die Vorgaben der Regierung, so die Auskunft von Fritz-Walter Keilhauer, Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, die die Therme betreiben. Unklar ist momentan, ob die Öffnung am Montag klappt. Der Wunsch ist groß, denn finanziell habe die Schließung bereits ein großes Loch gerissen. Die Stadt hat deshalb eine Kapitaleinlage bei den Stadtwerken getätigt, um die Liquidität zu sichern. Mit jedem Schließtag fallen laut Betreiber Einnahmen in Höhe von 13000 bis 15000 Euro aus.
Aber nach dreieinhalb Monaten Schließung sind gewisse Vorarbeiten notwendig, um die Therme wieder öffnen zu können. Seit Beginn der Woche sind die Mitarbeiter nicht mehr in Kurzarbeit, um die Einrichtung vorbereiten zu können. Die Becken müssten befüllt werden, eine Grundreinigung sei nötig, und auch die Technik der Filteranlagen müsse wieder auf den neuesten Stand gebracht werden.
Dass eine Therme eine gewisse Vorbereitung brauche und dies von der Staatsregierung zu wenig bedacht worden sei, kritisiert Dr. Christian Ochsenbauer, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen: „Es ist etwas absurd, davon auszugehen, dass man mit so kurzem Vorlauf die Thermen wieder öffnen kann.“
Glück haben in diesem Fall die Chiemgau Thermen Bad Endorf. Dort klappt die Öffnung am Montag, wenn auch mit verkürzten Öffnungszeiten. Nur bis 21 Uhr, nicht bis 22 Uhr, wird die Therme geöffnet sein. „Diese Stunde ist notwendig, um ausgiebig zu reinigen und zu desinfizieren, auch wenn das über den Tag verteilt schon geschieht“, so Geschäftsführer Markus Füller. Doch warum gelingt in Bad Endorf das, was in Bad Aibling so großen Aufwand verursacht? Das liegt schlicht an der Technik der Becken: „Aufgrund unserer Beckenkonfiguration war das Ablassen des Wassers nicht notwendig“, sagt Füller.
Dennoch werden die Chiemgau Thermen nicht nahtlos an den Betrieb von vor der Pandemie anknüpfen. Vorerst werden sie auf das Wedeln bei den Saunaaufgüssen und den Bereich Dampf verzichten. Fest steht für Füller allerdings: „Ein Saunabesuch ist nach unseren Informationen zu 100 Prozent sicher.“ In den Saunen seien Plätze eingezeichnet, um den Abstand zu garantieren. Insgesamt werden somit deutlich weniger Menschen Platz finden.
Weniger Plätze
in den Saunen
Die Schließung hat auch in Bad Endorf die Therme finanziell stark belastet. Füller spricht von einem sechsstelligen Betrag, den die Thermen verloren haben. Noch sei unklar, ob eine Versicherung dafür aufkommt. Zwar seien die Auflagen noch nicht klar, die Chiemgau Thermen rechnen allerdings bereits damit, dass sie nicht so gut besucht werden wie vor Corona – mit entsprechend niedrigeren Einnahmen.
Und wann ist mit dem Hygienekonzept und den Auflagen für die Thermen zu rechnen? Derzeit werde daran gearbeitet, so die Aussage des bayerischen Innenministeriums gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Vorab nannte das Ministerium einige Details, so beispielsweise ein Abstandsgebot zwischen den Ruheliegen und eine Temperatur von mindestens 60 Grad für Saunakabinen. Spätestens am Freitag solle das Konzept stehen.