Aschau – Seit Anfang der Woche geistern Berichte von Wolfssichtungen durch die Region, nun scheinen sich die Hinweise zu verdichten. Wie das Landesamt für Umweltschutz mitteilte, liege nach dem Handy-Video eines Erler Almbauern ein erneuter Bildhinweis vor, aufgenommen vermutlich in der Nähe der Priener Hütte. Es verstärkt den Verdacht, dass ein einzelner Wolf durch das Gebiet streift.
Der neue Hinweis mit „besserem Bildmaterial“ werde aktuell durch die Fachleute der Behörde ausgewertet, hieß es aus dem Landesamt. Überhaupt stehe man auch in Kontakt mit den Kollegen vom Umweltamt Tirol.
Am Montag hatte bereits der Erler Almbauer Markus Schwaighofer von der Begegnung mit einem mutmaßlichen Wolf berichtet. „Ich hab ihn angeschaut, er hat mich angeschaut, und mein Gefühl – das war kein gutes“, berichtete Schwaighofer tags darauf den OVB-Heimatzeitungen. Der Landwirt und Jäger war auf seiner Alm im Hochriesgebiet grad mit dem Melken fertig geworden, da bemerkte er, dass die Tiere auf der Weide – Jungtiere und trächtige Tiere – unruhig wurden.
Er schaute hin – und sah in vielleicht 25 Metern Entfernung ein Tier, das in seinen Augen nur ein Wolf sein konnte. „Ein Riesenprackl“, sagt er. Als Jäger wisse er einen Hund von einem Wolf zu unterscheiden. Er habe Furcht verspürt, sagt er. „Wenn ein Wolf so nah an große Tiere herangeht, und auch noch in der Nähe der Menschen – dann ist das kein gutes Zeichen.“ Sein Fazit: „Alm und Wolf, das geht nicht zusammen.“
Markus Schwaighofer hatte nach der unvermuteten Begegnung Nerven bewiesen und sein Handy gezückt. Seine Clips lassen ein großes Tier mit dunklem Fell erkennen. Allerdings sind die Bilder unscharf. Man habe ihm schon öfter geraten, sich doch mal ein neues Smartphone mit einer besseren Kamera zuzulegen, erzählt der Erler. „Aber ich brauch bei der Arbeit da oben doch etwas Robustes.“
Behörde hofft auf
weitere Hinweise
Die neuen Aufnahmen aus der Umgebung der Priener Hütte sind wesentlich schärfer und auch bei besserem Wetter aufgenommen. Sie scheinen wenig Raum für Zweifel zu lassen: Sechs Jahre nach der letzten bestätigten Sichtung in der Region streift wieder ein Wolf durch die Lande.
Die Experten vom Landesamt für Umweltschutz hoffen auf weitere Belege. Unter Telefon 0821/90710 werden Berichte von Wolfssichtungen entgegengenommen. Michael Weiser