Rosenheim – Zwei Wochen lang wurden verschiedenste Gebäude und Bauwerke im Stadtgebiet von Rosenheim verunstaltet und beschädigt. Der dadurch entstandene Sachschaden dürfte nach Einschätzung der Polizei im mittleren fünfstelligen Bereich liegen. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung gelang es der Polizei nun, vier dringend tatverdächtige Personen festzunehmen.
In den vergangenen 14 Tagen wurde nach Angaben der Ermittler im Stadtgebiet Rosenheim eine signifikante Steigerung von Sachbeschädigungsdelikten, insbesondere in Form von Graffitis und Schmierereien, festgestellt. Betroffen waren neben Privateigentum primär öffentliche Einrichtungen, Bauwerke, Denkmäler und Verkehrseinrichtungen. Der Inhalt der Schmierschriften bezieht sich auf linksextremistische, zeitgenössische, aber auch polizeifeindliche Themen.
Unter anderem wurde am vergangenen Sonntagmorgen das Ordnungsamt der Stadt Rosenheim in der Arnulfstraße in einer gemeinsamen Aktion von rund zehn vermummten Personen mit mehreren mit Farbe befüllten Flaschen beworfen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind der Polizei über 50 Fälle von Sachbeschädigungen bekannt.
Am Mittwochmorgen, teilte ein aufmerksamer Anwohner der Alzstraße im Rosenheimer Stadtteil Happing gegen 2.25 Uhr telefonisch bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit, dass er in der näheren Umgebung der Alzstraße mehrere frisch angebrachte Graffitis an Hauswänden und Gegenständen festgestellt habe. In Zuge der Tatortbereichsfahndung konnten zunächst zwei 18 und 19 Jahre alte Frauen sowie ein 19-jähriger Mann angetroffen werden. Alle drei Personen wiesen frische Farbspuren am Körper beziehungsweise an der Kleidung auf. Zudem konnten weitere Beweismittel sichergestellt werden. Die drei Tatverdächtigen wurden vorläufig festgenommen.
Wenig später konnten Beamte einen 20-Jährigen, der sich vor den Einsatzkräften unter einem Pkw versteckt hatte, vorläufig festnehmen. Da nicht auszuschließen war, dass weitere Personen an den Taten beteiligt waren und sich versteckt halten könnten, wurde der Polizeihubschrauber angefordert, der die Kräfte am Boden aus der Luft unterstützte. Es konnten jedoch keine weiteren Verdächtigen ausfindig gemacht werden.
Die vier Personen sind nach Polizeiangaben deutsche Staatsangehörige, wohnen in der Region und sind der aktiven Szene des linksradikalen Spektrums zuzuordnen.
Beweismaterial
wird ausgewertet
Eine Ermittlungsgruppe wertet derzeit sichergestelltes Beweismaterial aus und führt Ermittlungen zu weiteren Tatverdächtigen. Die vier jungen Männer und Frauen wurden nach Beendigung der kriminalpolizeilichen Maßnahmen wieder auf freiem Fuß entlassen. Sie müssen neben den strafrechtlichen Folgen auch mit erheblichen Regressforderungen rechnen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Rosenheim dauern indes an.