Rosenheim – Die Nachbarlandkreise Miesbach, Ebersberg und Mühldorf sind bereits coronafrei – in Stadt und Landkreis Rosenheim gibt es indes nach wie vor einzelne Fälle von Covid-19. Im Verlauf der vergangenen Woche kam es zu sieben Neuinfektionen. Aktueller Brennpunkt mit vier Fällen: die Stadt Rosenheim.
Insgesamt 518 Covid-19-Fälle verzeichnet die Stadt inzwischen. Mit den zuletzt vier Neuerkrankungen steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz für das Stadtgebiet wieder an. Der Wert, der die Corona-Fälle der vergangenen sieben Tage pro 100000 Einwohner betrachtet, liegt derzeit bei 6,32 (Stand 26. Juni) und hat sich damit gegenüber der Vorwoche verdoppelt (3,16). Nichtsdestotrotz ist die Stadt Rosenheim nach wie vor weit entfernt von kritischen Marken, die zuletzt beim Wert 35 und zuvor 50 lagen. Erst ab dieser Obergrenze wären weitreichendere Einschränkungen zu befürchten.
Völlig entspannt wird der geringe Anstieg seitens der Stadt Rosenheim gesehen: „Das beunruhigt überhaupt nicht“, erklärt Sprecher Thomas Bugl. Zu den vier Neuinfektionen – ob es sich um Einzelfälle oder möglicherweise eine Familie handelt – wollte der Sprecher auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen keine näheren Angaben machen.
Weiter entspannt ist die Lage im Landkreis. Hier sind einzig in Stephanskirchen (+1), Bad Endorf (+1) und Rimsting (+1) neue Fälle von Covid-19 bekannt geworden. Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis liegt aktuell bei 1,15 (Stand 26. Juni).
Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen ist in Stadt und Landkreis inzwischen auf 2805 Fälle angestiegen.
Traurige Nachricht: Eine weitere Person ist innerhalb der vergangenen Woche infolge von Covid-19 verstorben. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Landkreis klettert damit auf 218.
Nur noch ein Fall auf
der Intensivstation
Abnehmende Tendenz indes bei den Krankenhausaufenthalten: Nur noch sieben Covid-19-Patienten befinden sich aktuell in stationärer Behandlung (-6), davon ein Patient auf der Intensivstation (-1).
Keinerlei Neuinfektionen sind inzwischen seit Wochen in den ehemaligen Hotspots Nußdorf, Bad Feilnbach und Aschau mehr aufgetreten. In diesen Gemeinden hatte sich in der Anfangszeit (März) das neuartige Coronavirus rasant verbreitet. Die Gemeinde Bad Feilnbach hat sich aktuell das Robert-Koch-Institut (RKI) für eine Antikörperstudie herausgepickt, die diese Woche gestartet ist. Dabei sollen auch die Hintergründe, wie es zur Verbreitung kam, ergründet werden.
Mit Blick auf Gütersloh, dem neuen bundesweiten Hotspot, steigt auch das Bewusstsein für eine mögliche zweite Welle – und damit verbunden ist die Frage: Wie ist die Region gerüstet?
„Wir haben aus den Erfahrungen gelernt“, versichert Stadt-Sprecher Bugl. „Und wir sind zuversichtlich, nach all den Erkenntnissen, die wir seit 6. März gewinnen konnten, dass wir mit einer zweiten Welle umzugehen wüssten.“ Als „oberste Zielsetzung“ gibt er aus: „Auch wenn es zur zweiten Welle kommen sollte, wollen wir einen Lockdown wie zur ersten Welle unter allen Umständen vermeiden.“
Optimistisch zeigt sich auch das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim um seinen Leiter Dr. Wolfgang Hierl. Die Strukturen seien nach dieser ersten Welle eingespielt und könnten, wenn nötig, zeitnah wieder aktiviert werden. „Damit meine ich die Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz und aller hier beteiligten Organisationen und Hilfsorganisationen“, erklärt Hierl und ergänzt: „Wir sind aufgrund der bisherigen Erfahrungen auf eine zweite mögliche Welle gut vorbereitet. Gerade zu Hochzeiten der Pandemie war es kaum möglich, Schutzausrüstung zu bekommen. Für eine zweite Welle hält der Landkreis nun Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel vor, um bei Engpässen Einrichtungen unterstützen und versorgen zu können.“
Auch in technischer Hinsicht erwartet sich das Gesundheitsamt Erleichterungen. Laut Hierl arbeitet das RKI daran, zeitnah das Meldeverfahren nach dem Infektionsschutzgesetz für die deutschen Gesundheitsämter zu digitalisieren. „Das wird auch dem Gesundheitsamt Rosenheim die Arbeit wesentlich erleichtern.“
Und Hierl betont: „Das Rosenheimer Gesundheitsamt beobachtet die Lage sehr genau, um sofort reagieren zu können, sollte sich eine zweite Welle abzeichnen.“