Stichwort Einreise-quarantäneverordnung

Corona-Fälle in Kita schrecken auf

von Redaktion

Steigende Infektionszahlen in Rosenheim – Keine neuen Todesopfer

Rosenheim – Die Corona-Pandemie ist in der Region, die deutschlandweit zu den Hotspots zählte, noch nicht überstanden. Das macht die Entwicklung der Infektionszahlen in dieser Woche deutlich: Insgesamt waren in Stadt und Landkreis Rosenheim neun Neuinfektionen zu verzeichnen, darunter allein sechs im Stadtgebiet.

Neuinfektionen
im Kindergarten

Mit ein Grund für den plötzlichen Anstieg der Zahlen in Rosenheim: Hier hatte sich im Stadtteil Happing im dortigen AWO-Kindergarten ein lokaler Hotspot aufgetan. Ein Kindergartenkind war positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Eine Reihentestung innerhalb der betroffenen Gruppe sowie der Nachbargruppe ergab bis Freitagnachmittag zwei weitere Treffer. Das Gesundheitsamt Rosenheim und die Leitung des AWO-Kindergartens machten deshalb kurzen Prozess: Sie entschieden, die Einrichtung kommenden Montag und Dienstag geschlossen zu halten. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie es aus dem Gesundheitsamt heißt, weil von der Mehrzahl der getesteten Personen noch keine Ergebnisse vorläge.

Abgesehen von der Happinger Kita kamen im Stadtgebiet drei weitere Positivtestungen hinzu, womit die Sieben-Tage-Inzidenz von Rosenheim (Fälle pro 100000 Einwohner während der letzten sieben Tage) erneut ansteigt: von zuletzt 6,32 auf aktuell 9,48 (Stand 3. Juli, 0 Uhr).

Im Landkreis Rosenheim bleibt der Wert indes unverändert bei 1,15. Hier waren in der vergangenen Woche drei Neuinfektionen zu verzeichnen. Die Fälle verteilen sich auf je einen in Bad Aibling, Großkarolinenfeld und Edling.

Keine weiteren
Corona-Toten

Die Gesamtzahl der seitens des Gesundheitsamtes registrierten Covid-19-Erkrankten in Stadt und Landkreis steigt damit auf 2814 (+ 9). Dem gegenüber stehen 2432 Genesene (+45). Die gute Nachricht: Erstmals waren in dieser Woche keine neuen Todesfälle hinzugekommen. Die Anzahl der an Covid-19 Verstorbenen stagniert damit bei 218.

Entspannung
in den Kliniken

Entspannung kehrt zwischenzeitlich in den Kliniken ein – und auch von dort gibt es erfreuliche Nachrichten: Im Romed-Klinikum konnte diese Woche der vorerst letzte Covid-19-Patient die Intensivstation verlassen. Zudem ist die Anzahl der Corona-Patienten, die sich in Stadt und Landkreis Rosenheim in stationärer Behandlung befinden, auf vier (Vorwoche: 7) zurückgegangen. Die Romed-Kliniken halten zwar noch Reservebetten für Covid-19-Fälle vor, großteils läuft dort aber bereits wieder der Regelbetrieb.

Als überstanden bewertet der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, die Corona-Pandemie allerdings noch lange nicht: „Solange kein Impfstoff verfügbar ist, kann eine neue Infektionswelle nicht ausgeschlossen werden.“ Deshalb weiter sein Appell an die Bürger, sich verantwortungsvoll an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten. Am Herzen liegt ihm zudem die Verwendung von Alltagsmasken – „zum Schutz unserer Gesundheit.“

Der Behördenleiter empfiehlt überdies die Verwendung der Corona-Warn-App, herausgegeben vom Robert-Koch-Institut. „Die App ist ein wichtiger Baustein einer Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Pandemie“, zeigt sich Hierl überzeugt.

Corona-App: Gab‘s
schon erste Erfolge?

Wir haben deshalb nachgefragt: Kann das Gesundheitsamt bereits erste Erfolge in Zusammenhang mit der App verzeichnen? Bis dato: Fehlanzeige. Nur so viel, wie eine Sprecherin auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mitteilte: „Im Zusammenhang mit der Corona-App hat es im Gesundheitsamt noch keine Anrufe oder Informationen zu Infektionen gegeben.“

Rückreise aus Risikogebiet: Meldung bei Gesundheitsamt nötig

Auch in Bayern nimmt die Reisezeit weiter Fahrt auf: Um den Import der Covid-19-Erkrankung aus stärker betroffenen Staaten zu verhindern, haben die Bundesländer Maßnahmen für Einreisende aus einem Risikogebiet beschlossen. In Bayern wurde hierzu die Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) erlassen. Sie regelt, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten für 14 Tage in häusliche Quarantäne müssen.

„Insbesondere mit der nun beginnenden Urlaubszeit sollten Reisende auf die Ausweisung der Risikogebiete achten“, sagte Dr. Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim. Neben Schweden als einzigem Land der EU, gibt es laut Gesundheitsamt eine Reihe europäischer Staaten wie Albanien, Bosnien-Herzegowina oder Serbien, bei denen nach der Rückreise die 14-tägige häusliche Quarantäne einzuhalten ist. Aber auch weltweit ist eine Vielzahl beliebter Reiseländer als Risikogebiet eingestuft. Eine Übersicht dazu gibt es auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) unter www.rki.de. „Sofern Sie aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreisen, begeben Sie sich bitte umgehend für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Ausnahmen sind möglich, wenn Sie einen negativen Corona-Test sowie ein ärztliches Attest vorlegen können“, appelliert Hierl an die Bürger. Es gäbe die Möglichkeit, Test und Untersuchung noch im Urlaubsland vorzunehmen. Der Test und die ärztliche Untersuchung könnten aber auch nach der Einreise in Deutschland, zum Beispiel beim Hausarzt oder in einer Corona-Infektpraxis, durchgeführt werden.

Für alle Bürger aus der Stadt und dem Landkreis Rosenheim gilt laut Gesundheitsamt: Wenn sie aus einem Risikogebiet zurückkommen, müssen sie sich unter Angabe von Name, Geburtsdatum, Anschrift, Erreichbarkeit per Telefon und E-Mail, Einreisedatum und des Reiselandes beim Gesundheitsamt Rosenheim per E-Mail unter gesundheitsamt@lra-rosenheim.de melden.mw

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