Merkel zu Gast beim Kini

von Redaktion

Die Vorbereitungen für den Besuch auf Herrenchiemsee sind in vollem Gange

Prien/Chiemsee – Das bayerische Kabinett tagt kommenden Dienstag auf Herrenchiemsee. Mit dabei: Kanzlerin Angela Merkel, die von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eingeladen wurde. Schon seit Tagen laufen rund um den Chiemsee die Vorbereitungen für den Besuch.

Am späten Vormittag wird die Kanzlerin in Prien erwartet. Gemeinsam mit Markus Söder und dem bayerischen Kabinett wird Angela Merkel auf die Herreninsel übersetzen. Außerdem an Bord: eine Entourage aus Journalisten, Stabsmitarbeitern und Personenschützern.

Von der Prinzessin
bis zum Präsidenten

So viel Politprominenz treibt dem Geschäftsführer der Chiemsee-Schifffahrt, Michael Fessler, keinen Schweiß auf die Stirn. Schließlich hat er von der arabischen Prinzessin bis zum Bundespräsidenten schon viele bekannte Gäste mit dem Schiff befördert. Zwar darf die Seenschifffahrt seit Mittwoch wieder Gäste ohne Beachtung des Mindestabstands befördern. Dennoch werden angesichts der Corona-Pandemie zwei Schiffe eingesetzt. Welche beiden das sein werden, das könne er aus Sicherheitsgründen vorab nicht verraten, sagt Fessler.

Die Bürgermeister der Gemeinden Chiemsee und Prien, Armin Krämmer und Andreas Friedrich, werden sie in Empfang nehmen.

Anschließend werden Merkel und Söder mit einer Kutsche zum Schloss Herrenchiemsee fahren. Dort tagt dann das bayerische Kabinett im Spiegelsaal. Um die kulinarische Versorgung der Kanzlerin und der anderen Gäste kümmert sich Klaus Löhmann, der die Schlosswirtschaft Herrenchiemsee betreibt. Er verrät: Renke mit geschmortem Gemüse wird der Kanzlerin und dem bayerischen Kabinett serviert, außerdem Backhendl und ein sommerlicher Salat. Ob die kulinarischen Vorlieben der Kanzlerin vorab mit der Staatskanzlei abgeklärt wurden? Nein, so weit gehe die detaillierte Planung dann doch nicht, auch wenn man sich eng mit dem Protokollchef abstimme. Auf eins achtet Löhmann, der auch schon Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mehrmals bekocht hat: „Wir filettieren die Renke sehr ordentlich.“ Nicht dass sich ein Gast an einer Gräte verschluckt.

Gespeist wird zwar in der wunderschönen Kulisse des Spiegelsaals. Allerdings völlig unprätentiös: Jeder Teilnehmer isst am eigenen Arbeitstisch. Auch hier achtet die Staatskanzlei auf den Mindestabstand.

Ein leichtes Mittagessen – Was debattiert wird, ist hingegen schwere Kost: Der europäische Sicherungsfonds in der Corona-Krise wird angesichts der deutschen EU-Ratspräsidentschaft Thema sein.

Von den Auswirkungen der Corona-Krise sind sowohl die Chiemsee-Schifffahrt als auch Gastronom Löhmann betroffen. „Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben“, sagt Löhmann. Dennoch hält er es professionell, wenn er diejenigen bewirtet, die die Schließung der Gastronomie beschlossen haben: „Uns ist in erster Linie wichtig, dass es ihnen schmeckt. Wir versuchen unser Bestes.“

Deutschlands Kanzlerin und die bayerische Staatsführung auf einem Fleck – das lässt auch die Sicherheitsbehörden nicht kalt. Zur Einsatztaktik will sich das Polizeipräsidium Oberbayern Süd im Vorfeld nicht äußern. So viel gibt Sprecher Martin Emig preis: „Der Aufwand ist für die Polizei erheblich. Es ist auch für uns ganz spannend und nicht alltäglich.“ Ein abstraktes Gefährdungspotenzial sei bei diesem Personenkreis generell vorhanden.

„Wums“ für den Tourismus?

Im Vorfeld werden nun Diensthunde auf Herrenchiemsee nach gefährlichen Gegenständen suchen. Ein großer Teil der Beamten wird während des Besuchs den Verkehr regeln. Emig betont, dass man durch die Sicherung der CSU-Klausurtagungen in Wildbad Kreuth und Kloster Seeon auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen könne.

Bringt der Besuch nun „Wums“ für den heimischen Tourismus? Marketing-Leiterin Corinna Raab vom Chiemgau-Alpenland-Tourismusverband erhofft sich, dass die Bilder von Herrenchiemsee viele Menschen erreichen. Ein Großteil der Urlauber in der Region komme aus Bayern und Deutschland. Insofern sei ein möglicher Werbeeffekt zu begrüßen.

Stichwort „Urlaub dahoam“ – auch Merkel hat angekündigt, dass sie dieses Jahr ihren Urlaub in Deutschland verbringen werde. Raab würde sie gerne begrüßen: „Nun kann sie sich selbst davon überzeugen, wie schön es bei uns ist.“

Herreninsel für Besucher gesperrt

Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen informiert, dass die Herreninsel am Dienstag für Besucher gesperrt wird. Ab Mittwoch, 15. Juli, ist das Neue Schloss wieder zu den regulären Zeiten von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Außerdem können das Augustiner Chorherrenstift (Altes Schloss) und die dortigen Ausstellungen ab Mittwoch wieder besichtigt werden.

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