Rosenheim – Corona-Neuinfektionen bewegen nach wie vor die Region. Zuletzt vermehrt betroffen: Kindergärten. Aktuell liegt der Fokus auf Edling, das diese Woche mit acht Fällen die meisten neuen Covid-19-Meldungen im Landkreis aufweist. Hier im Mittelpunkt: der Gemeindekindergarten.
In der zweigruppigen Kita waren insgesamt drei Kinder, darunter ein Geschwisterpaar, positiv getestet worden. Hinzu kommt eine Angehörige des Geschwisterpaares. Weitere Tests laufen. In der ersten Wochenhälfte blieb daraufhin die gesamte Einrichtung geschlossen. Nach ersten negativen Tests konnte am Mittwoch, 8. Juli, zumindest eine Gruppe zurückkehren. Die zweite betroffene Gruppe muss indes die 14-tägige Quarantäne abwarten – diese Kinder dürfen laut Edlings Bürgermeister Matthias Schnetzer erst am 16. Juli zurück in die Einrichtung.
Für Beunruhigung sorgt zudem landkreisweit eine ganze Reihe vorsorgliche Kita-Schließungen aufgrund von Corona-Verdachtsfällen, darunter ein privater Integrationskindergarten in Wasserburg (Testergebnisse stehen noch aus), ein städtischer Kindergarten in Bad Aibling (Hofberg) und eine Kita in Bruckmühl. Für letztere beiden Einrichtungen gab es bereits Entwarnung – sie konnten nach negativen Testergebnissen den Betrieb wieder aufnehmen.
Aufatmen auch im Rosenheimer Stadtteil Happing: Den dortigen AWO-Kindergarten hatten drei positiv getestete Kinder lahmgelegt. Inzwischen konnten zwei der insgesamt vier Gruppen ins Haus zurückkehren. Für die beiden betroffenen Gruppen gilt es, wie in Edling, noch die 14-tägige Quarantänezeit abzuwarten. Wobei die Happinger Fälle (drei Kinder und ein Elternpaar) im aktuellen Corona-Lagebericht gar nicht mehr auftauchen: Sie waren bereits in der Aufstellung vom 3. Juli vermerkt, als Rosenheim noch sechs Neuinfizierte innerhalb einer Woche hatte.
Ganz anders in dieser Woche: Rosenheim vermeldet für das Stadtgebiet keinerlei neue Fälle mehr – womit auch die Sieben-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100000 Einwohner während der letzten sieben Tage) bei 0,0 liegt (Vorwoche: 9,48). Davon ist derzeit der Landkreis Rosenheim mit aktuell 14 registrierten Neuinfektionen weit entfernt.
Hier kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz auf 5,36 (Vorwoche: 1,15). Neben den acht Fällen in Gemeindegebiet von Edling kamen seit 3. Juli drei Neuinfektionen in Wasserburg hinzu sowie zwei in Großkarolinenfeld und je ein Fall in Bad Aibling und Vogtareuth.
Die Gesamtzahl der seitens des Gesundheitsamtes Rosenheim registrierten Covid-19-Erkrankten stieg damit auf 2828. Die Zahl der Genesenen kletterte auf 2577 (+145) – wobei laut einem Sprecher bis dato nach wie vor nicht alle Genesenen von der Behörde erfasst sind, was mit ein Grund für die Differenz sei.
Traurige Nachricht: Im Verlauf der vergangenen Woche kamen vier weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 hinzu. Die Gesamtzahl für die Region liegt nun bei 222, davon 199 verteilt über die Landkreis-Kommunen und 23 im Stadtgebiet.
Erfreuliche Nachrichten kommen aus den Kliniken: Aktuell (Stand 9. Juli) wird kein Corona-Patient mehr stationär behandelt – fast eine Sensation nach über vier Monaten im Krisenmodus. Denn der erste Corona-Fall schlug am 2. März im Romed-Klinikum auf – ein Skiurlaub-Rückkehrer aus Südtirol, der Krankheitsverlauf milde. Wenige Tage später begann dann die Welle anzusteigen bis zu den Hochzeiten Ende März/Anfang April. Erst von Mitte Mai an machte sich zusehends Entspannung breit mit rückläufigen Zahlen. Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen übernimmt im Übrigen seit Anfang Juli das Gesundheitsamt aufgrund der geringen Fallzahlen wieder selbst – in der Hochphase der Pandemie von Mitte April an war dieser Part an die Gemeindeverwaltungen ausgelagert worden. „Ohne die zuverlässige Zuarbeit der Gemeinden hätte die Kontaktpersonennachverfolgung nicht so schnell wieder zeitnah und vollständig erfolgen können“, ist Amtsleiter Dr. Wolfgang Hierl überzeugt. Bei der Kontaktpersonennachverfolgung wird ermittelt, ob ein enger Kontakt mit erhöhtem Infektionsrisiko bestanden hat. Treten bei den Kontaktpersonen Atemwegssymptome auf, so sind sie verpflichtet, diese umgehend dem Gesundheitsamt mitzuteilen. In der Folge wird ein Test durchgeführt.