Meridian rutscht bei Servicequalität deutlich ab

von Redaktion

Bei Ranking der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) unter bayernweitem Durchschnitt

Rosenheim – Das Meridian-Netz Chiemgau-Inntal hat beim jährlichen Servicequalität-Ranking der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) deutlich schlechter abgeschnitten als im Vorjahr. 2018 erreichte es im Jahresranking noch ein Plus von 35,8 Punkten. 2019 waren es nur noch 22,1 Punkte auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 Punkten.

Es reicht nur
für Platz 16

Damit liegt das Netz auch unter dem Gesamtdurchschnitt aller 31 bewerteten Netzen in Bayern. Dieser liegt bei 30,3 Punkten. Der Meridian belegt innerhalb des Rankings den 16. Platz. Das Netz übertrifft laut BEG damit aber immer noch die hohen Mindesterwartungen, die an die Bahnbetreiber gestellt werden.

Ein Sprecher des Meridian erklärt, dass der Punktverlust an häufigen Störungen der Toiletten in den Zügen liegt. Dieses Problem versuche man, mithilfe neuer Entkalkungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen. Außerdem sei ein mittlerweile behobener Fehler in der Software der Fahrgastinformationssysteme für den Punktverlust verantwortlich. „Wir sind daher guten Mutes, dass wir in diesem Jahr wieder Punkte gutmachen werden“, bekräftigt der Sprecher.

Fahrgastverband
verteidigt Angebot

Wolfgang Günther von der Stadt- und Kreisgruppe des Fahrgastverbandes Pro Bahn verteidigt das Meridian-Netz. „Ich habe nicht den Eindruck, dass es schlechter geworden ist“, sagt er. „Ich bin zufrieden mit dem Service.“ Zum Teil würden beispielsweise auch während der Fahrt Abfallbehälter geleert. Günther genieße die Rankings der BEG eher vorsichtig.

Im Gegensatz zum Meridian geht es für das Netz Linienstern Mühldorf aufwärts: Mit einem Plus von über 18 Punkten erreicht das Netz 42,68 Punkte (2018: 24,39 Punkte). Es hat sich vor allem bei der Sauberkeit innen und außen sowie bei der Funktionsfähigkeit der Ausstattung verbessert. Der Linienstern belegt beim Ranking für das Jahr 2019 den zwölften Platz.

Bei der Südostbayernbahn (SOB), die unter anderem zwischen Mühldorf und Rosenheim verkehrt, freut sich Marketing-Chefin Veronika Paul über die gute Bewertung des Netzes. „Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es lohnt sich, die Hände nicht in den Schoß zu legen.“ Die Verantwortlichen der SOB seien stolz über die gute Bewertung der Zugbegleiter in puncto sozialkommunikative Kompetenz. „Das ist die Berufsgruppe, die im direkten Kontakt mit unseren Kunden steht“, erklärt Paul.

Auch SOB-Pressesprecher Klaus Zinsberger sieht in dem Ranking eine Bestätigung der kontinuierlichen Verbesserung des Bahnangebots. Er gebe aber zu, dass es beispielsweise noch Verbesserungspotenzial bei der Präsenz der Kundenbetreuer an den Stationen gebe. Diesen Herausforderungen werde man sich gerne stellen.

Sauberkeit
und Komfort

Das Servicequalität-Ranking erstellt die BEG seit 2008. Sie überprüft regelmäßig die Leistungen der bayerischen Eisenbahnverkehrsunternehmen in Sachen Sauberkeit, Komfort und Kundenorientierung. An der Spitze des Rankings hat sich erneut das Netz Agilis-Nord (Oberfranken, Oberpfalz und Unterfranken) behauptet: Der Betreiber Agilis erreichte die volle Punktzahl von plus 100.Alexandra Schöne

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