Kein Likör für die Kanzlerin

von Redaktion

Bis auf geplatzte Geschenkübergabe verläuft Merkel-Besuch reibungslos

Prien/Herrenchiemsee – Ein aufregender Morgen war es für Luzia Huber (12) vom Trachtenverein Daxenwinkler Atzing. Gemeinsam mit Lukas Huber (11) begrüßte sie Angela Merkel und Markus Söder in Prien. Wie es lief? „Sehr nett war sie“, sagt Luzia über die Kanzlerin.

Die Chiemsee-Schifffahrt hat zwar schon allerlei Prominenz befördert. Aber auch für Geschäftsführer Ludwig Fessler war es ein besonderer Moment, als er Bundeskanzlerin Angela Merkel und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder auf dem Raddampfer „Ludwig Fessler“ in Empfang nahm. Zur bayerischen Kabinettssitzung auf Herrenchiemsee hatte Söder die Kanzlerin eingeladen – und Merkel hatte die Einladung angenommen.

Ein Plausch mit
der Prominenz

Was wiederum Fessler zu seinen Prominenten Fahrgästen verhalf – mit denen er dann auch das ein oder andere Wort wechseln konnte. „Die Kanzlerin meinte, dass es auch in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern sehr schöne Seen gebe. Gott sei Dank war ich da schon mal und konnte das bestätigen“, sagt Fessler. Dann haben sich Söder und Merkel auf dem Deck zurückgezogen und unter vier Augen gesprochen. Markus Söder trank eine Cola light, Kanzlerin Merkel ein Wasser.

So nah wie Fessler kamen die beiden Kapitäne Robert Daxenberger und Florian Kaufmann der Politprominenz nicht – und dennoch war der Besuch von Merkel und Söder für die beiden ein Höhepunkt. Den Trubel beobachteten sie vom Dampfersteg aus – und mit ihnen mehrere 100 Touristen, die zum Teil gar nicht wussten, dass die Kanzlerin kommen würde.

Wie beispielsweise Sharifa Hellmers aus Bremen, die eigentlich eine Besichtigungstour auf die Herreninsel machen wollte. Erst am Montag hatte sie erfahren, dass die Kanzlerin kommt und daher die Insel für Besucher gesperrt ist. So konnte sie zwar nicht die Räumlichkeiten des Kinis im Schloss Herrenchiemsee in Augenschein nehmen, dafür aber Angela Merkel. Zudem hat sie noch das Ticket für das Schloss übrig, das ein Jahr lang gilt. Für sie nach eigenen Angaben auf jeden Fall ein Grund, an den Chiemsee zurückzukehren.

Dass der Chiemgau durch den Besuch der Kanzlerin für viele Touristen in den Fokus rückt, darauf hofft auch Bootsverleiher Hans Wörndl. Mit dem Dampfer zog Merkel direkt an seinem Stand vorbei und winkte den Menschen am Ufer zu. „Es war eine gute Stimmung, seitens der Politiker wie auch von der Kanzlerin“, sagt Wörndl.

Gute Stimmung, die Dr. Wolfgang Gierisch hautnah miterlebte. Er reiste als Notarzt mit auf die Herreninsel – mit passendem blau-weißen Kini-Mundschutz. Eingreifen musste er, trotz des heißen Wetters, jedoch nicht.

Doch nicht jede vorbereitete Aktion verlief reibungslos, wie die beiden neuen Bürgermeister in Prien und der Gemeinde Chiemsee am eigenen Leib erfahren mussten. Sie wollten Angela Merkel Klosterlikör und Chiemseewasser überreichen, was aber aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich war. Dennoch war Priens Bürgermeister Andreas Friedrich hochzufrieden mit dem Besuch der politischen Prominenz, zumal die Kanzlerin laut Friedrich großen Gefallen an der Region gefunden hatte. „Es war ein kurzes, aber sehr freundliches Zusammentreffen“, sagt Friedrich. Explizit habe sich die Bundeskanzlerin nach der Situation der hiesigen Hoteliers erkundigt. Söder, der oft „Urlaub dahoam“ propagiere, habe sich ebenfalls als großer Fan des Chiemgaus geoutet.

Dabei konnte die Region nicht nur durch ihre Menschen, die Natur und die Sehenswürdigkeiten überzeugen. Auch die kulinarischen Erlebnisse sind Angela Merkel scheinbar positiv aufgefallen: Denn die Renke, die Merkel auf der Insel verspeist hatte, sei, wie die OVB-Heimatzeitungen aus sicherer Quelle erfahren haben, für die mächtigste Frau der Bundesrepublik ein Genuss gewesen.

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