Es ist ein Wolf: Räuber von Reit im Winkl identifiziert

von Redaktion

Tirol bestätigt DNA-Ergebnis – Neue Sichtung nahe Grassau: Verletzte dort ein Wolf ein Reh?

Reit im Winkl/Grassau – Es ist ein Wolf! Wochenlang war in der Region Rosenheim spekuliert worden, welches Tier im Grenzgebiet von Bayern und Tirol in den vergangenen Wochen zwei Dutzend Schafe gerissen hatte. Auch Reit im Winkl war betroffen. Jetzt meldet das bayerische Landesamt für Umwelt den Abschluss der Gen-Analyse. „Erstmals ist damit ein Wolf aus der Dinarischen Population Südosteuropas, etwa aus Slowenien oder Kroatien, in Deutschland nachgewiesen.“

Neue Sichtung
nahe Grassau?

Derweil kommen aus Grassau Nachrichten, die Almbauern beunruhigen. Irmi Guggenbichler, Wirtin der Hefteralm, berichtet von zwei Begegnungen mit einem „wolfsähnlichen Tier“. Am 24. Juni um 8 Uhr morgens habe sich das verdächtige Tier Rindern auf der Weide nahe der Alm genähert. „Unsere Tiere haben sich klug verhalten“, sagte Irmi Guggenbichler. „Die haben sich gleich zusammengedrängt.“

Der Wolf – oder was auch immer wie ein Wolf aussieht – habe abgewartet, die Tiere eine Weile beobachtet, bevor er verschwand. „Wir haben mit einer Gipsform einen Abdruck seiner Pfote genommen“, sagt Guggenbichler, „so groß wie meine Hand.“ Wenige Tage später, am 4. Juli, seien sie und ihr Mann gegen 22 Uhr von Klagelauten unweit der Hütte alarmiert worden. Irmi und Josef Guggenbichler machten sich auf den Weg, in die Richtung, aus der die Laute kamen. Dabei bemerkten sie in der Dunkelheit schemenhaft ein großes Tier. Schließlich fanden sie ein Reh, durch einen Kehlbiss verletzt. Josef Guggenbichler, ein Jäger, beendete mit einem Stich die Leiden des Tiers.

„Wir haben eine Probe genommen“, sagt die Wirtin. Das Material ging aber nicht ans Landesamt für Umwelt in Augsburg, sondern an ein forensisches Labor in Hamburg – wohl aus Verärgerung über die langsame Reaktion der Behörde. Fünfmal habe sie angerufen. Erst nachdem sich auch die Polizei Grassau gemeldet habe, habe das LfU veranlasst, dass zwei Mitarbeiter des „Netzwerks große Beutegreifer“ die Alm aufsuchen.

Dieses Netzwerk musste in den vergangenen Wochen öfter tätig werden, vor allem in der Gegend um Kössen, Walchsee und Reit im Winkl. Jetzt steht fest: Bei den Schafsrissen in Reit im Winkl, Kössen und Walchsee war stets ein und derselbe Räuber unterwegs. Das bestätigte auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen das Landesamt: „Es handelt sich um dasselbe männliche Tier, das in nahegelegenen österreichischen Gemeinden an Nutztierrissen festgestellt werden konnte.“

Artikel 4 von 11