Schnellstart für Corona-Station

von Redaktion

Test-Zentrum an der Raststätte Inntal Ost – Schon heute früh geht’s los

Kiefersfelden – Für den 7. August hatte Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann den Start angekündigt, nun soll es doch schon heute, eine Woche früher, losgehen: Bayern setzt mit seinen Corona-Testzentren für Urlauber auf der Rückreise auf Tempo. Auch in der Region Rosenheim: Ab den Morgenstunden werden sich Reisende an der Rastanlage Inntal Ost bei Kiefersfelden (A93) und in Hochfelln (A8) auf Corona testen lassen können.

„Wir sind angewiesen, dass wir um 7 Uhr startklar sind“, sagte Sohrab Taheri-Sohi, Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Ab diesem Zeitpunkt ist das Testzentrum für Reiserückkehrer rund um die Uhr besetzt“, ergänzt der BRK-Kreisverband Rosenheim.

Anfang der Woche erst hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitere Maßnahmen gegen Corona angekündigt, als Reaktion auch auf die Ausbrüche in Mamming und Hof. Am Dienstag hatte der Ministerrat die konkrete Umsetzung beschlossen, am gestrigen Mittwoch wurde bekannt, dass bereits am heutigen Donnerstag die Testzentren ihre Arbeit aufnehmen.

Viel Arbeit für
die Ehrenamtlichen

Es ist die Feriensaison, die der „Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz“ so viel Arbeit beschert. Weil viele beliebte Urlaubsländer zuletzt wieder steigende Infektionszahlen melden, baut Bayern an Autobahngrenzübergängen und an Flughäfen Teststationen auf.

Dieses Angebot des Freistaats ist mit gehörigem Aufwand verbunden. Das THW baut Zelte auf und sorgt für die weitere Infrastruktur, das BRK als federführende Organisation stellt zusammen mit anderen Hilfsorganisationen für die erste Woche das Personal. Vom Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim wiederum kommt der Arzt, der die Testungen anweist.

Drei Testschienen sollen auf der Raststätte bei Kiefersfelden eine schnelle Abwicklung garantieren, mit voneinander getrennten Bereichen für Warten, Registrierung, Test und Ausgang. Gut 30 Hilfskräfte stelle man für jeweils eine Zwölfstundenschicht ab, sagt der BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi. „Arbeiten bei der Hitze und in voller Schutzbekleidung – das hält man nur 40 Minuten durch.“

Das BRK greift generell auf lokale Kräfte zurück. Beteiligt an der Station Kiefersfelden sind der BRK-Kreisverband Rosenheim, die Ambulanz Rosenheim, die DLRG Bad Aibling, die Johanniter Unfallhilfe Wasserburg, der Malteser Hilfsdienst Rosenheim und das Technische Hilfswerk Rosenheim. Die Ehrenamtlichen stimmen sich eng mit der Bundespolizei Rosenheim ab.

Bayern handelt flott und damit ohne viel Erfahrungswerte. Mit wie vielen Testwilligen man rechnen muss, wie lange ein Testvorgang unter diesen Bedingungen wirklich dauert, ob sich Staus entwickeln könnten: Das weiß so ganz zuverlässig offenbar noch niemand. Im Überlastungsfall wird eine Testpause verordnet.

Ob das Kiefersfeldens Bürgermeister beruhigt? Hajo Gruber begrüßt zwar Tests und überhaupt jede angemessene Regelung zum Kampf gegen Corona, warnt aber auch vor erneuten Blechlawinen im staugeplagten Kiefersfelden. Man möge die Anlage doch bitte so einrichten, dass keine Rückstaus entstehen, sagt er.

Bei Stau gibt‘s
eine Testpause

Dazu heißt es vom Bayerischen Bauministerium, dass die Autobahndirektion Südbayern die Verkehrssituation nach Einrichtung der Teststationen laufend beobachten werde. „Bei Überlastung der Rastanlagen muss aus Gründen der Verkehrssicherheit eine umgehende Sperrung der Ausleitung für Testwillige erfolgen, um Rückstauungen zu vermeiden“, sagte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Kiefersfelden bleibt ohnehin nur für kurze Zeit ein Test-Ort, die Station an der Autobahnrastanlage Inntal Ost wird schon am 7. August abgebaut und auf der Rastanlage Heuberg – kurz vor der Autobahnausfahrt Brannenburg – wieder aufgebaut. An diesem Abschnitt der A93 befindet sich bislang noch eine Baustelle, die aber voraussichtlich ab dem Wochenende abgebaut wird.

An der Rastanlage Heuberg ist dann auch gleich mit größerem Betrieb zu rechnen. Denn noch ist der Test freiwillig. In der nächsten Woche dürfte die Bundesregierung aber die Testpflicht für Rückkehrer aus Risikoländern wie der Türkei und Albanien beschließen. Auch diese Pflichttests sollen an den neuen Corona-Testzentren durchgeführt werden.

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