Bad Aibling – „Sich in die Nesseln setzen“: Sich selbst, in eine unangenehme missliche Lage bringen, das unangenehme brennen beim Berühren der Brennnessel ist vielen von uns bekannt. Diese Wirkung entsteht, wenn die Brennhaare bei Berührung abbrechen und eine Flüssigkeit austritt, damit schützt sich die Pflanze vor Fressfeinden.
Neben dieser schmerzhaften Eigenschaft hat die Brennnessel allerdings sehr viele positive. Sie ist eine wahre Vitaminbombe, ihr Vitamingehalt ist wesentlich höher als der eines Kopfsalates und zusätzlich enthält sie Mineralstoffe und Spurenelemente in hoher Konzentration.
Dieser hohe Nährstoff- und Vitamingehalt macht die Brennnessel zu einem wahren Wundermittel. Die Brennnessel wächst an nährstoffreichen Orten und bildet umfangreiche Teppiche. Viele Insekten leben von der Brennnessel, darunter viele verschiedene Schmetterlingsarten deren Raupen dort Nahrung finden.
Verwendung: Blätter, Samen, Wurzeln
Verwechslung: Mit ebenfalls essbaren Taubnesseln, die jedoch nicht brennen.
Pflücken und kochen:
Mann pflückt die jungen, oberen Triebe, maximal zwei bis vier Paar Blätter. Die Brennnesselblätter sind ein hervorragender Spinatersatz. Die Samen sammelt man von August bis Oktober frisch oder trocknet sie als Vitamin-C-Lieferant für den Winter. Getrocknete Blätter eignen sich gut für Tee, in Pulverform zu Kräutersalz oder als Eiweißlieferant in Suppen, Nudel- oder Reisgerichten, Brennnesselwurzel-Tinktur als durchblutungsförderndes Haarwasser. Brennnesseljauche gibt einen natürlichen Dünger für den Garten.
Mein Tipp: Brennnessel regelmäßig pflücken oder schneiden, die Pflanze bildet Seitentriebe und treibt wieder neu aus.
Alle Kräuterrezepte der Serie finden Sie im Internet unter www.ovb-online.de.