Rosenheim – Stadt und Landkreis Rosenheim bauen seit gestrigem Freitag ihr gemeinsames Corona-Testzentrum auf der Rosenheimer Loretowiese auf. Offenbar höchste Zeit: Die Zahlen sind nochmals gestiegen, in der vergangenen Woche wurden 80 neue Corona-Fälle registriert, allein in der Stadt Rosenheim sind es 33 (nunmehr 612). Den mit Abstand größten Anteil an den neu Infizierten – fast 80 Prozent – stellen Heimkehrer aus den Ferien. Folge: Rosenheim ist Bayerns Brennpunkt. Am Freitagmorgen lag die Stadt mit 52,1 erneut über der kritischen Marke der Sieben-Tage-Inzidenz, ab der das öffentliche Leben eingeschränkt wird.
Das Angebot der Kommunen richtet sich denn auch an die Adresse von Urlaubern. „Nicht getestet werden symptomatische Personen, also Menschen mit Schnupfen, Husten, Hals- und Rachenschmerzen“, sagt der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes. Menschen mit Symptomen sollen sich umgehend an ihren Hausarzt wenden.
Wer erfährt, dass er Kontakt mit positiv getesteten beziehungsweise infizierten Personen hatte, soll sich unter der Telefonnummer 08031/3926070 direkt mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen.
Die Station, als Drive-in für Autofahrer und Anlaufstelle für Fußgänger angelegt, steht zwischen Kaiserstraße und Glückshafen. „Die Station wird so stabil und wetterfest aufgebaut, dass sie mindestens bis Jahresende betrieben werden kann“, sagt Hans Meyrl, städtischer Leiter der Corona-Koordinierungsgruppe.
Rosenheim und ein
neuer Brennpunkt
Im Urlaub haben sich, wie schon in den Wochen zuvor, überproportional viele Menschen angesteckt. Nach Auskunft des Gesundheitsamtes waren vier von fünf Neuinfizierten – genauer: 78 Prozent – eben aus dem Ausland zurückgekehrt. Auffallend hoch ist im gesamten August der Anteil der Kosovo-Rückkehrer unter den Ferien-Fällen: 37 Prozent. Kroatien folgt mit 21 Prozent, Bosnien-Herzegowina mit 13 Prozent. In Rumänien waren acht Prozent gewesen, in Italien fünf Prozent.
Die Neuausbrüche verteilen sich mehr und mehr über den gesamten Landkreis. 20 Gemeinden sind betroffen, am stärksten Großkarolinenfeld mit zehn Neuinfektionen (nunmehr 69. Bad Aibling (242), Kolbermoor (196), Tuntenhausen (42) und Wasserburg (182) mit jeweils vier, Kiefersfelden (83) mit drei Neuinfektionen. Breitbrunn, Feldkirchen Westerham, Neubeuern und Rohrdorf am Inn verzeichnen jeweils zwei neue Fälle.
Einzelfälle sind für Babens- ham, Brannenburg, Bernau, Edling, Griesstätt, Nußdorf, Prien, Riedering und Schechen ausgewiesen.