Rosenheim – Alles andere als einen gewöhnlichen Einsatz hatte die Feuerwehr Rosenheim am Dienstag: Es galt, einen zwei Meter langen Königspython in der Prinzregentenstraße einzufangen. Diese Würgeschlange war nach Angaben der Polizei Rosenheim bei einer Auseinandersetzung zwischen einem Ehepaar entwischt.
Aber von Anfang an: Der Schlangenbesitzer, ein 45-jähriger Rosenheimer, würgte während des Streits zunächst seine Ehefrau. Die 51-Jährige schlug ihm daraufhin eine Bierflasche auf den Kopf.
Anschließend wollte die Frau vermutlich die beiden Schlangen ihres Mannes loswerden. Sie warf eines der Tiere vom Balkon. Der Python landete auf dem Vordach und verschwand in der Umgebung. Nachdem Mitglieder der Feuerwehr Rosenheim das Tier länger gesucht hatten, fanden sie es schließlich im Fallrohr der Dachrinne. Nach der Rettung der Schlange bestätigte ein Reptilienexperte, dass der Python beim Wurf vom Balkon unverletzt blieb. Das Ehepaar wurde zur Dienststelle der Polizeiinspektion Rosenheim gebracht. Während er in einer Zelle saß, beleidigte der Mann einige Polizeibeamten. Seine Ehefrau versuchte, sich das Leben zu nehmen, und wurde daraufhin in eine Fachklinik eingeliefert. Gegen beide wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Wie der Pressesprecher der Stadt Rosenheim, Christian Schwalm, mitteilte, seien die beiden Schlangen im Moment noch bei dem 45-jährigen Mann in der Wohnung. Da das Halten von Königspythons nicht genehmigungspflichtig sei, werde das Ordnungsamt nicht eingebunden. Laut Schwalm kümmert sich das Umwelt- und Veterinäramt um den Fall. „Es wird die Haltungsbedingungen in der Wohnung prüfen.“hei/asc