Verschärfte Corona-Regeln

von Redaktion

Wegen Anstiegs der Infektionszahlen: Gesundheitsamt zieht Zügel an

Rosenheim Das Gesundheitsamt Rosenheim zieht im Kampf gegen Corona die Zügel an: Ab Montag gilt für die Stadt Rosenheim Maskenpflicht auch an den Grundschulen. Auch an den Kindertagesstätten im Stadtgebiet werden die Maßnahmen verschärft, die Einrichtungen müssen feste Gruppen bilden. Für das Stadtgebiet sind diese Maßnahmen Pflicht, und zwar zunächst bis einschließlich 2. Oktober, für den Landkreis nach Auskunft des Landratsamtes lediglich eine Empfehlung.

Grund für die verschärften Regelungen: die anhaltend hohen Zahlen an Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am gestrigen Freitag, Stand 0 Uhr, für Rosenheim bei 60,0, für den Landkreis bei 18,4, also etwa beim bayerischen Durchschnitt. Für Aufsehen hatte in der vergangenen Woche ein Corona-Fall in der FOS/BOS Rosenheim gesorgt. Wegen eines positiv getesteten Schülers musste eine zwölfte Klasse in Quarantäne gehen.

Starker Anstieg
auch in Österreich

Das Maskengebot in der Stadt Rosenheim gilt in der kommenden Woche für alle Schulen und für die gesamte Zeit auf dem Schulgelände, auch für den Unterricht. Ab der Woche darauf muss die Maske im Unterricht getragen werden, falls der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Verschärft haben ihre Auflagen auch die Nachbarn in Österreich. Dort gingen die Zahlen zuletzt durch die Decke, mit einem Anstieg wie seit Ende März nicht mehr. So gilt von Montag an in allen Geschäften Maskenpflicht. Vergangene Woche hatte der Bezirk Kufstein die Corona-Warnampel auf die Frühwarnstufe „Gelb“ stellen müssen, was insbesondere in Kiefersfelden aufmerksam beobachtet wurde. Hochgestuft auf „mittlere Gefahr“ wurde auch der Nachbarbezirk Schwaz.

Infektionsriegel
rund um Rosenheim

In Stadt und Landkreis Rosenheim werden die meisten neu Infizierten weiterhin in den Reihen der Reiserückkehrer festgestellt, wenn auch in einem geringeren Maße als vor einer Woche. Von 38 neuen Fällen in Rosenheim kamen 28 eben aus dem Ausland, also 74 Prozent. Vor einer Woche hatte der Anteil noch bei 82 Prozent gelegen. Der besonders hohe Anteil dürfte auch mit der höheren Zahl der Tests zu tun haben. Schließlich richtet sich das Angebot der bayerischen Test-Strategie vor allem an: Reiserückkehrer.

In der vergangenen Woche wurden dem Gesundheitsamt insgesamt 86 neue Fälle in Stadt und Landkreis gemeldet. In der Woche zuvor waren es 52 Fälle gewesen. Damit sind insgesamt 3168 Fälle von Covid-19 in der Region Rosenheim registriert, 2492 im Landkreis, 676 in der Stadt. Mittlerweile gelten 2820 Menschen als genesen. Unverändert ist die Zahl der Todesopfer mit 222 Menschen (199 im Landkreis, 23 in der Stadt). Ein Covid-19-Patient wird aktuell stationär behandelt, kein Patient befindet sich derzeit auf einer Intensivstation.

Viele Infektionen
in Kolbermoor

Auffällig beim Blick auf die Landkarte: Um Rosenheim – mit 38 Ansteckungen mit Abstand an der Spitze – hat sich ein Riegel an Neuansteckungen gebildet. An der Spitze der Gemeinden stehen Kolbermoor mit neun (und damit 209 Fällen insgesamt) und Bad Aibling mit sieben Fällen (249). Es scheint sich nicht um Ausbrüche in Altenheimen oder Kindertageseinrichtungen zu handeln. „Das sind keine Infektionen in Einrichtungen, da wären wir informiert worden“, sagt etwa Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier (CSU).

Insgesamt wurden in der vergangenen Woche aus 22 Gemeinden neue Ansteckungen verzeichnet. Vier wurden in Kiefersfelden (gesamt 91), je drei in Raubling (87), Bruckmühl (84) und Stephanskirchen (64) gemeldet, jeweils zwei in Bad Endorf (41), Bad Feilnbach (169) und Riedering (91). Einzelfälle sind es in Breitbrunn (8), Eggstätt (24), Großkarolinenfeld (71), Neubeuern (25), Pfaffing (29), Prutting (24), Rohrdorf (42), Schechen (35), Soyen (39), Vogtareuth (17) und Wasserburg (185).

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