Bad Aibling – Warum lief sie zu Fuß auf der Autobahn? Mitten in der Nacht? Antworten auf diese und weitere Fragen ermittelt die Verkehrspolizei Rosenheim nach einem schweren Unfall auf der Autobahn A8 auf Höhe Bad Aibling. Frontal erfasste dort ein italienischer Sattelzug am Sonntagabend gegen 21.40 Uhr eine 35-jährige Frau. Nach derzeitigem Kenntnisstand überstieg laut Polizei die Frau, die in München wohnt, die rechte Leitplanke und lief nach links über die Richtungsfahrbahn München. Dabei wurde sie von einem Sattelzug erfasst, den ein 52-jähriger Kroate steuerte. Dieser konnte trotz Vollbremsung einen Zusammenstoß mit der dunkel gekleideten Frau nicht vermeiden. Nach dem Zusammenstoß kam die 35-Jährige schwer verletzt auf dem mittleren Fahrstreifen zum Liegen. Nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst wurde sie per Polizeihubschrauber in das Unfallkrankenhaus Murnau gebracht. Sie hat nach Angaben der Polizei überlebt, ist aber noch nicht vernehmbar.
Der Fahrer des Sattelzuges erlitt bei dem Unfall einen Schock. Er konnte gestern wieder aus der Klinik entlassen werden. Die Beamten suchten den Bereich der Unfallstelle ab. Ein Pannenwagen, mit dem die Frau liegengeblieben sein könnte, wurde nicht gefunden. Aufgrund der Schwere der Verletzungen wurde ein technisches und unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben. Die Autobahn war bis 0.30 Uhr gesperrt. Der Verkehr wurde an der Anschlussstelle Rosenheim West ausgeleitet.
Für die Einsatzkräfte belastend: Nur unweit dieser Stelle hat sich 2006 eine ähnliche Unfalltragödie ereignet. Damals wollte ein 17-jähriger Bad Feilnbacher nach einer Feier die Autobahn mit seinem Fahrrad überqueren. Mutprobe? Suizid? Unfall? Auf diese Fragen erhalten die Eltern genauso wenig Antworten wie nach dem Warum, wie sie gegenüber unserer Zeitung erklärten. Der Jugendliche wurde von einem Auto erfasst. Er starb an der Unfallstelle. Am Brückengeländer bei Dettendorf haben die Eltern eine elektrische Kerze als Zeichen der Erinnerung angebracht.Silvia Mischi