Rosenheim – Der Corona-Trend für die Stadt Rosenheim hält an, die Sieben-Tages-Inzidenz lag gestern laut Corona-Karte des Robert-Koch-Instituts bei 14,2. Rosenheim verzeichnete damit – für einen Zeitraum einer Woche und hochgerechnet auf 100000 Einwohner – die niedrigsten Zahlen von Ansteckungen seit Mitte August.
Für die Stadt der Anlass, einige Beschränkungen zu lockern. Es profitieren davon die Gastronomie und Menschen, die zu privaten Veranstaltungen einladen möchten. So sind im öffentlichen Raum und in Lokalen wieder Gruppen von zehn Menschen erlaubt, die auch wieder zusammen an einem Tisch sitzen dürfen. Bei privaten Veranstaltungen wie Feiern oder Versammlungen sind wieder mehr Menschen zugelassen, 100 in Räumen und 200 unter freiem Himmel. Es entfällt außerdem die Pflicht zum Zweittest: Für Rückkehrer aus Risikogebieten endet die Quarantäne nach Erhalt des ersten negativen Testergebnisses.
Die Entlastung vom Zweittest gilt im Übrigen gleichermaßen für Stadt wie Landkreis Rosenheim. In einem bestimmten Bereich bewerten Landkreis und kreisfreie Stadt die Lage unterschiedlich. Während die Stadt auf insgesamt niedrige Zahlen verweisen kann, spricht das Landratsamt von 17 neuen Ansteckungen allein am Donnerstag, weit über dem Tagesschnitt der Woche.
Das Landratsamt drückt daher mit Blick auf die Schulen auf die Bremse. Die Lage sei „fragil“, man wolle nicht an einem Tag lockern und am nächsten die Zügel wieder anziehen müssen. Deswegen werde man die Lage am Montag nochmals beurteilen, bevor man über die Wiederaufnahme des Regelschulbetriebs bei weiterführenden Schulen auf der leichtesten Stufe entscheide. Es bleibt aber bei der Befreiung der Maskenpflicht für Grundschüler.
Die Zahlen für
Stadt und Landkreis
Derweil schrumpft der Anteil der Reiserückkehrer an der Zahl der neu Infizierten weiter. Mittlerweile beträgt der Anteil für den Landkreis nur noch zwei Drittel, in der Stadt Rosenheim ist er auf 72 Prozent gesunken.
Welche Ansteckungsgefahren Urlaub birgt, daran wurden die Menschen in der Region von anderer Seite erinnert: In Wien ließ der Verbraucherschützer Peter Kolba vor vier Tagen die ersten vier Musterklagen betreffs Virenschleuder Ischgl einreichen. Unter den insgesamt 6000 Menschen, die sich wegen der Möglichkeit einer Sammelklage im kommenden Jahr registrieren ließen, sind nach Kolbas Angaben auch rund 30 Menschen aus der Region Rosenheim.
Bisher sind insgesamt 3271 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (im Landkreis 2564, Stadt 707). Mindestens 2920 Menschen gelten als genesen. 222 Menschen starben bislang an Corona (Landkreis 199, Stadt 23). Fünf Patienten werden stationär behandelt, einer auf einer Intensivstation.
Auffallend hohe Zahlen werden aus Bad Feilnbach gemeldet: Dort haben sich elf Menschen infiziert, einer mehr als in der Stadt Rosenheim. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes waren zum Redaktionsschluss noch dabei, die Ansteckungswege zu ermitteln, einen Ausbruch von Covid-19 in einer Einrichtung wie einem Pflegeheim schloss Sprecherin Ina Krug gestern aus.
Vier Neuinfektionen werden für Stephanskirchen gemeldet (nun 71), je drei Fälle für Feldkirchen-Westerham (nun 73), Bruckmühl (91) und Bad Aibling (256). In Bad Aibling war wegen eines positiven Resultats in einem Kindergarten eine Gruppe in Quarantäne geschickt worden. Die weiteren Tests aber fielen negativ aus. Kolbermoor (213) und Flintsbach (17) verzeichnen zwei Fälle. Einzelfälle gibt es in Tuntenhausen (44), Großkarolinenfeld (72), Schechen (39) sowie in Oberaudorf (49), Neubeuern (26), Rohrdorf (45) und Prien (70).