Ein besonderes Herbstlicht

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Mein verstorbener Vater hat immer vom „Goldenen Oktober“ gesprochen. Jedes Jahr erinnere ich mich daran, wenn es wieder so weit ist. Es sind nicht nur die letzten warmen Sonnentage und die Blätter der Laubbäume, die in allen Farben der Natur leuchten. Der Herbst hat ein ganz eigenes, fast zauberhaftes Licht!

Natürlich lässt sich das rein meteorologisch erklären: Im Herbst steht die Sonne niedriger am Himmel, und das Licht strahlt in einem flacheren Winkel auf die Erde. Dadurch verändert sich auch die Lichtbrechung, und vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang erscheint der Himmel in einer besonders satten goldenen oder rötlichen Färbung.

Nicht zuletzt deswegen ist jetzt auch zum Berggehen die schönste Zeit. In der Bibel wird erzählt, wie Jesus mit seinen drei besten Freunden auf einen Berg steigt. Auf dem Gipfel sehen diese Jesus auf einmal in einem neuen, strahlenden Licht. Naturwissenschaftlich lässt sich das nicht erklären, genauso wenig wie unsere Erfahrungen von Freude und Liebe.

Die drei Freunde in der Bibelgeschichte sind jedenfalls anders vom Berg herunter, als sie vorher dort hinaufgegangen waren. Es gibt besondere Momente im Leben, da wird das Herz weit. Für mich ist genau da auch Gott in besonderer Weise gegenwärtig. Es tun sich auf einmal kleine und große Wegweiser für den eigenen Weg auf, vorausgesetzt dass wir dafür offen sind. Für uns hoffe ich jetzt natürlich auf einen schönen „Goldenen Oktober“. Aber er lässt uns nur ein Licht erahnen, das alles übersteigt.

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