Fünf Afghanen über 48 Stunden zwischen Paletten gesperrt

von Redaktion

Erneut lebensgefährliche Lkw-Schleusung im Landkreis aufgeflogen

Stephanskirchen – Nur einen Tag nach den blinden Passagieren auf einem Laster in Thansau, sind gestern in einem Gewerbepark in Stephanskirchen beim Entladen eines Lkw plötzlich fünf Flüchtlinge auf der Ladefläche aufgetaucht.

Als sie von dem Lkw-Fahrer entdeckt wurden, rannten die Afghanen davon. Kurze Zeit später nahm die Rosenheimer Polizei die Männer in der Nähe des Gewerbeparks in Gewahrsam. Der bulgarische Fahrer versicherte, nicht gewusst zu haben, dass sich Menschen zwischen den Paletten befunden hätten. Dementsprechend bestätigten die Migranten, dass ihnen der Zutritt zur Ladefläche heimlich ermöglicht worden war. Einer der Schleuser habe sie in Rumänien nachts zu dem Lastkraftwagen geführt und die Plane des Aufliegers geöffnet. Zwei Tage und zwei Nächte mussten die fünf Afghanen eigenen Angaben zufolge in dem geschlossenen Anhänger zwischen der Ladung versteckt zubringen.

Die zwei Buben im Alter von 15 und 16 Jahren sowie die drei Männer, 18, 22 und 29 Jahre alt, wurden zur Bundespolizeidienststelle nach Rosenheim gebracht. Sie schilderten den Ermittlern die Flucht, die schon vor Monaten begonnen hätte. Der Älteste von ihnen erklärte, sogar sein Haus verkauft zu haben, um die Schleuser bezahlen zu können. Die fünf Afghanen, schilderten, dass sie unabhängig voneinander über die Türkei nach Europa gekommen wären. Die Fahrt auf der Ladefläche sei die letzte Etappe gewesen. Allein hierfür hätten die Schlepper zwischen 2000 und 2500 Euro pro Person verlangt.

Die beiden Minderjährigen wurden der Obhut des Jugendamtes anvertraut. Der 29-Jährige wurde in eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge gebracht. Die beiden anderen Erwachsenen müssen das Land verlassen, sie sind in Griechenland registriert. Die Polizei wird Lkws jetzt verstärkt kontrollieren und ein wachsames Auge auf die Schleuser-Entwicklung haben.

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