Corona-Ausbruch in Krankenhaus

von Redaktion

Arzt und Patienten betroffen – Aufnahmestopp in Wasserburg

Wasserburg – Corona-Ausbruch im Romed-Krankenhaus Wasserburg: Ein Arzt war bei einer Routinekontrolle positiv getestet worden. Außerdem sind fünf Patienten Corona-positiv. Über die Klinik wurde aktuell ein Aufnahmestopp verhängt.

Routinetestungen, die laut Romed bislang im Turnus von sieben Tagen im Wasserburger Krankenhaus durchgeführt wurden, haben die Treffer geliefert: einen Arzt sowie drei Patienten in dessen Umfeld – laut Romed alle mit nur leichten Symptomen und inzwischen isoliert.

Hinzu kamen bei der Testreihe zwei weitere Corona-positive Patienten auf unterschiedlichen Stationen. „Reine Zufallstreffer, aber zum Glück noch rechtzeitig rausgefischt“, erklärt Romed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram. Beide Patienten seien bei ihrer Aufnahme noch negativ getestet worden. „Zwei Tage später nun der positive Befund.“ Betroffen waren in diesen Fällen die Handchirurgie und die Station 4.

450 Mitarbeiter und
72 Patienten getestet

Bis auf Weiteres ist nun für das Wasserburger Krankenhaus ein Aufnahmestopp verhängt. Aktuell werden über 450 Mitarbeiter und alle 72 Patienten – die im Übrigen regulär weiter behandelt werden – einer weiteren Reihentestung unterzogen. Mit den Ergebnissen wird heute, Donnerstag, gerechnet. In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Rosenheim werde dann beraten, ab wann Neuaufnahmen wieder zugelassen werden können. „Im Idealfall erhalten wir schon am Freitag die Freigabe“, erklärt Deerberg-Wittram im Gespräch mit unserer Zeitung. Kämen jedoch weitere positive Fälle hinzu, könnte sich die Wiedereröffnung weiter verzögern. Zudem habe man nun auch im Wasserburger Haus die Testfrequenz erhöht. „Wir testen jetzt alle zwei Tage“, betont der Romed-Chef.

Ausgenommen vom aktuellen Aufnahmestopp des 130-Betten-Hauses ist die zentrale Notaufnahme am Wasserburger Krankenhaus. Notfallbehandlungen finden Romed zufolge nach wie vor statt. Allerdings müssten die Patienten dann im Anschluss in eine andere Klinik weiterverlegt werden. Auch die Geburtshilfe soll für akute Entbindungen erreichbar bleiben. Vorerst geöffnet bleiben zudem die Arztpraxen in der Klinik (HNO etc.) mit Zutritt über eigene Eingänge.

Kleiner Lichtblick: Covid-19-Patienten könnten in Wasserburg durchaus aufgenommen werden. Deerberg-Wittram: „Das könnte uns helfen, falls es in Rosenheim zu einer Überlastung kommen sollte.“

Kritische
Covid-19-Lage im Klinik-Verbund

Aktuell befinden sich im Romed-Verbund 76 Corona-Patienten in stationärer Behandlung, davon elf auf der Intensivstation. „Diesen Stand hatten wir zuletzt am 24. April.“ Eine Entwicklung, die dem Klinik-Chef durchaus Sorgen bereitet: „Wir sind bereits jetzt in allen Kliniken total voll.“

Dafür gibt es verschiedene Ursachen: Zum einen aufgrund der reduzierten Bettenzahl – aufgrund verschärfter Hygienemaßnahmen würden Drei- und Vierbettzimmer nun nicht mehr voll belegt. „Damit fällt uns bei vier Häusern unterm Strich eine Klinik weg.“

Zum anderen: Im Gegensatz zur ersten Welle, als sich die Region in einer Art Schockstarre befunden habe, fielen nun die Notfallbehandlungen nicht mehr weg. „Wir haben viele Notfälle und dringliche Eingriffe, eine völlig andere Situation als noch im Frühjahr.“ Der Klinik-Chef hofft deshalb inständig: Dass die Zahl der Covid-19-Patienten nicht weiter – und schon gar nicht sprunghaft ansteigt.

Covid-19-Stationen in den Kliniken

Die Romed-Kliniken übernehmen nach wie vor die Hauptversorgung der Covid-19-Patienten in der Region Rosenheim. Der Schwerpunkt liegt dabei im Klinikum Rosenheim, wo inzwischen das gesamte Bettenhaus 6 als Corona-Station genutzt wird. Zum einen für Corona-Verdachtsfälle, zum anderen für positiv getestete Patienten. Ebenfalls Covid-19-Stationen eingerichtet sind in den Kreiskrankenhäusern Bad Aibling und Wasserburg. Das Romed-Haus Prien soll weiterhin möglichst coronafrei gehalten werden.

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