Angespannte Lage, Todeszahlen steigen

von Redaktion

Corona-Lage Dr. Hierl: Regeln einhalten und zu Weihnachten „Gesundheit schenken“

Rosenheim – Die Corona-Fallzahlen für die Region Rosenheim verharren weiter auf einem hohen Niveau. Die Sieben-Tage-Inzidenz für Stadt und Landkreis pendelt sich bei einem Wert um 200 ein (zuletzt: Stadt 197, Landkreis 203; Stand 18. Dezember). Die Lage: weiter angespannt – auch in den Kliniken. Aktuell werden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 130 und 150 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der seit dem letzten Wochenbericht (11. Dezember) gemeldeten Fälle liegt bei 656 und ist um 37 niedriger als in der Vorwoche. Hinzu kommen bis zu sieben Corona-Tote pro Tag.

Insgesamt 312 Personen (Vorwoche 283/+29) sind bis zuletzt an oder mit Corona verstorben (Landkreis: 282/+25, Stadt: 30/+4). Ein Großteil der zuletzt registrierten Verstorbenen (21) war über 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 24 Personen gemeldet (+14 gegenüber der Vorwoche), die seit dem Lagebericht vom 11. Dezember verstorben sind (Differenz: Meldeverzögerungen). Hiervon waren 18 Personen über und sechs Personen unter 80 Jahren. Elf dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut.

„Situation weiter
sehr kritisch“

„Nach wie vor sehe ich die Situation in der Region sehr kritisch“, mahnt deshalb Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim. Denn: Es sei keine richtungsweisende Veränderung bei den Fallzahlen zu erkennen. Aufgrund der maximalen Inkubationszeit von 14 Tagen rechnet die Behörde mit positiven Auswirkungen des verschärften Lockdowns auf das regionale Infektionsgeschehen erst gegen Ende Dezember.

Einen Großteil der Infektionsübertragungen sieht die Behörde weiterhin im privaten Umfeld. Hinzu kommen Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Heimen sowie Asylbewerberunterkünften. Zuletzt betroffen waren unter anderem, wie berichtet, das Pflegeheim „Haus Chiemsee“ in Gollenshausen (Gstadt) und das Katharinenheim in Bad Endorf.

Das spiegelt sich auch in den regionalen Fallzahlen wieder. Zu den Hotspots zählen aktuell neben der Stadt Rosenheim mit 122 gemeldeten Neuinfektionen binnen einer Woche Wasserburg mit +57, Bad Aibling mit +52 und Bad Endorf mit +49. Ebenso massiv betroffen: Bruckmühl mit 30 Neumeldungen.

Ebenfalls im zweistelligen Bereich bei den registrierten Neuinfizierten innerhalb einer Woche liegen: Pfaffing mit 24, Kolbermoor mit 23, Schechen mit 19, Kiefersfelden mit 18; Raubling, Prien und Tuntenhausen mit je 15; Riedering und Soyen mit 14; Brannenburg und Bad Feilnbach mit 13; Stephanskirchen und Edling mit zwölf; Eiselfing mit elf; Rott und Frasdorf mit zehn.

Dr. Michael Städtler, der ärztliche Leiter Krankenhauskoordinierung, berichtet zur Situation in den Kliniken: „Zuletzt hatten wir einen deutlichen Anstieg an Covid-19-Erkrankten sowohl auf den Normal- als auch auf den Intensivstationen.“ Deshalb beteilige sich nun neben den Romed-Kliniken erneut die Schön-Klinik Vogtareuth an der Versorgung, vor allem bei Intensivpatienten. „In den letzten Tagen hat sich die Belegung wieder etwas stabilisiert.“ Derzeit sind Städtler zufolge in Stadt und Landkreis 20 Patienten mit Covid-19 auf den Intensivstationen und 143 Patienten mit Covid-19 oder als Verdachtsfall auf den Normalstationen. „Momentan können alle Patienten entsprechend ihrer Bedürfnisse versorgt werden, eine Triage hinsichtlich Abstrichen in der Behandlung ist noch nicht erforderlich, aber die Kliniken müssen große Anstrengungen leisten, dass das auch so bleibt.“

Die Kontaktverfolgung ist dem Gesundheitsamt nach wie vor möglich, wie die Behörde erklärt – allerdings unter enormer Kraftanstrengung. Aktuell sind 89 Personen für die Kontaktpersonennachverfolgung tätig, davon elf Unterstützungskräfte der Polizei und 20 Unterstützungskräfte der Bundeswehr.

Behördenchef Hierl ergänzt: „Viele Bürger waren zuletzt zu nachlässig, was Abstands- und Hygieneregeln anbelangt. Vielfach macht sich Unmut und Unverständnis breit. Es liegt aber ausschließlich in unserer Hand, wie das Infektionsgeschehen weiter verläuft.“ Grundsätzlich ließen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen durch einfache Mittel verhindern. Deshalb sein Appell, sich auch an den Fest- und Feiertagen an die Hygieneregeln zu halten – „zum Schutz unserer Gesundheit.“ Hierl: „Weihnachten und Silvester müssen dieses Jahr Feste im engsten Familienkreis bleiben.“ Wer Großeltern oder Verwandte mit chronischen Erkrankungen besuchen will, sollte sich im Vorfeld testen lassen. „So schenken Sie zu Weihnachten vor allem Gesundheit, unser teuerstes und wichtigstes Geschenk.“

Testzentrum: Öffnungszeiten

Das Corona-Testzentrum auf der Loretowiese in Rosenheim hat in der Weihnachtszeit geöffnet:

24. Dezember 9 bis 13 Uhr,

25. Dezember 9 bis 13 Uhr,

26. Dezember 9 bis 13 Uhr,

27. Dezember geschlossen,

28. Dezember 9 bis 17 Uhr,

29. Dezember 9 bis 17 Uhr,

30. Dezember 9 bis 17 Uhr,

31. Dezember 9 bis 13 Uhr,

1. Januar geschlossen,

2. Januar 9 bis 13 Uhr,

3. Januar geschlossen.

Verschärfte Besuchsregeln

Am kommenden Montag tritt im Landkreis Rosenheim eine neue Allgemeinverfügung in Kraft. Sie betrifft Krankenhäuser sowie Vorsorge- und Rehaeinrichtungen. Demnach gilt, wie bereits in der Stadt Rosenheim: Jeder Patient darf täglich von höchstens einer Person besucht werden. Diese muss über einen negativen Corona-Test verfügen und diesen auf Verlangen nachweisen.

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