Rosenheim/Freising/Mailand – Um einen Betrag in sechsstelliger Höhe „erleichterten“ Betrüger einen Mann aus dem Landkreis Rosenheim – nähere Angaben wollte ein Polizeisprecher „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht machen – bei einem sogenannten „Rip Deal“ im Oktober. Am Mittwoch gelang es den Ermittlern der Kripo Rosenheim vier Tatverdächtige bei einer geplanten Zugriffsaktion festzunehmen.
Der Geschädigte schloss im Herbst 2020 über einen Vermittler ein Kreditgeschäft in Millionenhöhe ab. Bei einem Treffen Ende Oktober in Mailand übergab er an Verbindungspersonen einen sechsstelligen Betrag in bar. Das Geld war für eine angebliche Kreditausfallversicherung fällig geworden. Im Gegenzug bekam er eine erste Rate der Kreditsumme in Höhe von einer Million Schweizer Franken. Erst daheim bemerkte der Mann, dass das Geld kurzfristig gegen Falschgeld ausgetauscht worden war. Er erstattete Anzeige bei der Polizei.
Mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften konnten die Rosenheimer Ermittler am Mittwoch, 16. Dezember nahe des Flughafens München, drei Männer und eine Frau bei der Vorbereitung einer erneuten Betrugsstraftat festnehmen. Bei ihnen dürfte es sich um die Verbindungspersonen der Tat in Mailand handeln.
Gegen einen 60-Jährigen aus dem Saarland, einen 38-Jährigen aus Niedersachsen und eine 62-Jährige aus Niedersachsen wurde Haftbefehl erlassen, sie kamen laut Polizei unmittelbar in Justizvollzugsanstalten. Der vierte Festgenommene, ein 45-jähriger Mann aus dem Saarland, befindet sich weiter auf freiem Fuß, weil seine Tatbeteiligung von untergeordneter Rolle gewesen sein dürfte und kein Haftgrund vorliegt.