„Klarer Trend für eine Abschwächung“

von Redaktion

Corona-Lage Infektionsgeschehen nimmt deutlich ab – Aber keine Entwarnung

Rosenheim – Gute Nachrichten aus dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim: Die Behörde sieht seit dem Jahreswechsel nach eigenen Angaben einen „klaren Trend für eine Abschwächung des Infektionsgeschehens“ in der Region. Dennoch warnt das Gesundheitsamt vor einem verfrühten Aufatmen. Denn die Meldezahlen seien aufgrund der Feiertage „mit Vorsicht zu interpretieren“.

Zwischen 14 und
126 Neumeldungen

Die sinkenden Fallzahlen – seit dem letzten Wochenbericht kurz nach den Weihnachtsfeiertagen wurden dem Gesundheitsamt täglich zwischen 14 und 126 Neuinfizierte gemeldet – zeigen sich auch deutlich bei der Sieben-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage): So lag dieser Richtwert zum Stand Donnerstag, 0 Uhr, für die Stadt Rosenheim bei 130,6 im Landkreis Rosenheim bei 106,8. Am 27. Dezember musste das Gesundheitsamt noch einen Wert von 210,85 für die Stadt und 163,78 für den Landkreis bekannt geben.

„Richtungsweisende
Veränderung“

„Somit ist es in der Stadt und im Landkreis Rosenheim endlich zu einer richtungsweisenden Veränderung bei den Fallzahlen gekommen“, kommentierte Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, die aktuellen Zahlen. „Wir gehen davon aus, dass die harten Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung Früchte zeigen.“

Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Todesfälle seit dem letzten Wochenbericht am 28. Dezember um 48 gestiegen. „Das bereitet uns Sorge“, sagte Hierl. Wobei 13 der Verstorbenen nicht in der vergangenenen Woche, sondern bereits früher verstorben, aber jetzt erst gemeldet worden seien, wie ein Sprecher des Landratsamtes Rosenheim mitteilte.

Ansteckungen im
privaten Umfeld

Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes ereignen sich die Infektionsübertragungen weiterhin überwiegend im privaten Umfeld. Eine besondere Bedeutung hätten hier auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen. „Es zeigt sich mittlerweile, dass durch das Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen“, so Hierl, der an die Bürger appellierte, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, so bald neuer Impfstoff bereitstünde.

„Ich appelliere eindringlich an alle Pflegekräfte in den Heimen, sich impfen zu lassen. Eine Impfung schützt Sie, Ihre Nächsten aber vor allem auch die von Ihnen betreuten Bewohnerinnen und Bewohner. Die Vorteile der Impfung überwiegen nach der Studienlage bei weitem die möglichen Nebenwirkungen.“

In den Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim werden nach Angaben des Landratsamtes derzeit 155 Corona-Infizierte stationär behandelt, 22 davon auf der Intensivstation.

Mittlerweile wurde bei mindestens 8370 Personen eine Genesung dokumentiert. 390 Personen sind bislang an der Erkrankung gestorben.

Von den Verstorbenen waren neun Personen unter 60 Jahren. 270 Verstorbene waren 80 Jahre alt oder darüber.

Viele Kommunen
nur einstellig

Seit dem letzten Wochenbericht des Landratsamtes wurden die höchsten Neuinfektionen in der Stadt Rosenheim (+ 166), in Bruckmühl (+ 55), in Kolbermoor (+ 50) und in Feldkirchen-Westerham (+ 49) gemeldet. 24 der 47 Kommunen der Region wiesen in diesem Zeitraum nur einstellige Neuinfektionen auf.

Durch die abgesunkenen täglichen Meldezahlen fällt es nach Angaben des Rosenheimer Gesundheitsamtes derzeit leichter, die Quelle einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. So könnten enge Kontaktpersonen von Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, zeitnah kontaktiert und dort ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

Polizei und Soldaten
im Einsatz

Das Personal des Rosenheimer Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

36000 Exemplare an verschiedene Institutionen verteilt

Im Landkreis Rosenheim wurden seit Mitte Dezember rund 36000 Corona-Schnelltests an Kliniken, Alten- und Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen, ambulante Pflegedienste sowie niedergelassene Ärzte verteilt. Das teilte das Rosenheimer Landratsamt jetzt mit. Unterstützt wird der Landkreis als Katastrophenschutzbehörde dabei vom Technischen Hilfswerk (THW) und dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Die Mitarbeiter des THW holen die Schnelltests in München ab und bringen das Landkreis-Kontingent zum Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes nach Rosenheim. Hier werden die Schnelltests von den Mitarbeitern des BRK kommissioniert und anschließend ausgeliefert. „Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung. Diese großartige Zusammenarbeit ermöglicht eine schnelle Verteilung der Schnelltests an die Stellen, die sie benötigen“, sagt Stefan Forstmeier, Leiter des Sachgebietes Öffentliche Sicherheit und Ordnung, zuständig für den Katastrophenschutz im Landkreis Rosenheim. Zusätzlich zu den bereits verteilten rund 36000 Corona-Schnelltests hat das Bayerische Rote Kreuz in dieser Woche eine weitere Lieferung mit etwa 31000 Schnelltests erreicht. Die Auslieferung an die Kliniken, Alten- und Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen, ambulanten Pflegedienste sowie niedergelassenen Ärzte wird derzeit vorbereitet. Die Tests werden verwendet, um Bewohner, Patienten und Mitarbeiter regelmäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen. Damit soll eine Einschleppung und Verbreitung des Virus verhindert werden. Das Ergebnis des Schnelltests ist in der Regel nach 15 Minuten sichtbar. Die Corona-Schnelltests werden den Landkreisen und kreisfreien Städten kostenlos und in großer Stückzahl vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt.

Artikel 8 von 11