Rosenheim – Von Entspannung der Corona-Lage ist in der Region keine Spur mehr – ganz im Gegenteil: die Fallzahlen, insbesondere in der kreisfreien Stadt, steigen wieder an. Das Gesundheitsamt meldet nach Ende der Feiertage und der Urlaubszeit eine Zunahme beim Infektionsgeschehen – und damit eine Trendumkehr, nachdem zuvor die Zahlen gesunken waren. Ein möglicher Grund: private Zusammenkünfte während der Feiertage, vermutet die Behörde.
Einschränkung
für Rosenheim
Seit Tagen über der Warnmarke 200 (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt die Stadt Rosenheim mit aktuell 225 Fällen pro 100000 Einwohner binnen sieben Tagen (Vorwoche: 131) – womit die Einschränkung der Bewegungsfreiheit in Kraft getreten ist. Den Bürgern der Stadt ist es seit Wochenbeginn untersagt, sich für Freizeitaktivitäten – „touristische Tagesausflüge“ – über den Radius von 15 Kilometern hinaus zu bewegen (siehe Grafik).
Eine zunehmende Tendenz zeigt sich laut Gesundheitsamt auch für den Landkreis mit dem aktuellen Wert von 163 (Stand 15. Januar, 0 Uhr; Vorwoche: 107) – womit die Landkreis-Bürger von der 15-Kilometer-Regelung ausgenommen sind.
Seit dem Wochenbericht vom 8. Januar wurden dem Gesundheitsamt täglich bis zu 145 neue Fälle aus Stadt und Landkreis gemeldet. Insgesamt: +570 binnen einer Woche. Die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 11973 (Landkreis: 9403, Stadt: 2570). Bei mindestens 8946 Personen hat die Behörde seither eine Genesung dokumentiert.
Zu den regionalen Hotspots bei den Neuinfektionen zählen in dieser Woche neben der Stadt Rosenheim mit 141 Fällen Kolbermoor mit 37, Bad Aibling mit 36, Wasserburg mit 34 und Bruckmühl mit 30 Neumeldungen. Gefolgt von: Bad Feilnbach mit 24, Feldkirchen-Westerham mit 22 und Bad Endorf mit 20 Neuinfektionen binnen einer Woche. 18 neue Fälle melden die Behörden für die Gemeinden Raubling und Prien, 15 für Bernau, 14 für Soyen, jeweils zwölf für Rott, Stephanskirchen sowie Amerang und zehn für Aschau. In zahlreichen weiteren Gemeinden gab es Zuwächse im einstelligen Bereich.
Ein deutlicher Anstieg ist bei den Todesfällen in Zusammenhang mit Covid-19 zu beobachten. Insgesamt 27 neue Todesfälle kamen seit dem jüngsten Lagebericht hinzu. Neuer Gesamtstand: 417 Corona-Tote (7. Januar: 390; davon Landkreis: 371, Stadt: 46). Von den insgesamt Verstorbenen waren zwölf Personen unter 60 Jahren, 289 über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden acht Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren sechs Personen über oder gleich 80 Jahre und eine Person zwischen 60 und 80 Jahren. Sechs dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.
Die Lage in
den Kliniken
Nach wie vor auf einem hohen Niveau bewegt sich die Zahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken. Aktuell werden 157 Patienten (Vorwoche: 155) in Stadt und Landkreis stationär behandelt. Hiervon befinden sich 20 Patienten (Vorwoche: 22) auf einer Intensivstation.
Entwarnung kann das Gesundheitsamt Rosenheim in Sachen Kontaktverfolgung geben: Nach wie vor könnten die positiv Gemeldeten tagesaktuell über ihre Infektion informiert und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen angeordnet werden. Auch die engen Kontaktpersonen könnten zeitnah kontaktiert und eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.
Die aktuelle Zunahme der Infektionszahlen könnte, so die Behörde, auf Zusammenkünfte im privaten Umfeld während der Feiertage zurückzuführen sein. Aufgrund des diffusen Infektionsgeschehens sei dies allerdings nur eine Vermutung und eine mögliche Ursache. Eine besondere Bedeutung hätten weiterhin auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen. In dieser Woche sei ein leichter Rückgang der Neuinfektionen in den Pflege- und Behindertenheimen zu verzeichnen sowie ein deutlicher Rückgang der Todesfälle von zuletzt 31 auf sechs. „Es zeigt sich aber unverändert, dass betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem höchst anfällig für eine Covid-19-Erkrankung mit schweren Krankheitsverläufen mit Todesfolge sind“, so die Behörde.
Das Gesundheitsamt appelliert deshalb an alle Mitarbeiter von Pflege- und Behindertenheimen sowie an alle Personen mit derzeit höchster Priorität mit Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung, dringend das Impfangebot zum Eigen- und zum Schutze der Bewohner anzunehmen. Aktuell sind in der Region (Stand 15. Januar) 2114 Bewohner in Alten- und Pflegeheimen, 1777 Personen in den Kliniken und 1180 – überwiegend Pflegepersonal – im Impfzentrum Loretowiese einer Corona-Impfung unterzogen worden. Die nächste Impflieferung wird für nächste Woche Dienstag in Rosenheim erwartet.