Dem Magier ein Denkmal setzen

von Redaktion

Familie und Weggefährten von Siegfried Fischbacher mit ersten Ideen

Rosenheim – Die Bestürzung über den Tod des Magiers Siegfried Fischbacher, der in der Nacht auf Donnerstag in seinem Luxusanwesen „Little Bavaria“ im Alter von 81 Jahren friedlich eingeschlafen ist (wir berichteten), ist groß. In seiner Geburtsstadt Rosenheim, wo nach wie vor seine Familie lebt, soll er unvergessen bleiben. Das wünschen sich zumindest sein Neffe Marinus Fischbacher (66) sowie Freunde und Wegbegleiter.

Obwohl die Nachricht über den plötzlichen Tod des beliebten Magiers, der sich zusammen mit seinem Partner Roy eine märchenhafte Weltkarriere erzaubert hatte, in Familienkreisen noch längst nicht bewältigt ist, gibt es bereits erste Gedankenspiele, Siegfried Fischbacher in seiner Geburtsstadt ein Denkmal zu setzen.

Letzte Ruhestätte
in „Little Bavaria“

Die letzte Ruhestätte wird indes, so war es offenbar sein letzter Wille, in jedem Fall in Las Vegas sein. „Seine Urne wird in der hauseigenen Kapelle in Little Bavaria beigesetzt“, gibt sein Neffe Marinus Fischbacher im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen Einblick. Dort befindet sich bereits die Urne seines Partners Roy, der am 8. Mai 2020 infolge einer Corona-Infektion verstorben war. Die Kapelle beschreibt sein Neffe als einen Gedenkort in amerikanischem Stil, versehen mit einem Dach in Zwiebelform, das offenbar einer Rosenheimer Kirche nachempfunden ist: St. Josef in Oberwöhr soll das Vorbild gewesen sein, erzählt Marinus Fischbacher, der nach wie vor im Elternhaus des Magiers im Rosenheimer Stadtteil Kastenau lebt.

In Rosenheim selbst könnte sich Marinus Fischbacher, der seinem Onkel sehr nahestand, – „wir waren wie Brüder“ – einen Gedenkort oder gar ein Denkmal vorstellen. „Es soll auf jeden Fall eine Erinnerungsstätte entstehen“, betont der 66-Jährige.

Ein Vorhaben, das auch Teile der Rosenheimer Kulturszene unterstützen wollen – allen voran Erika Körner-Metz vom Verein „Erlesene Oper“, den der Magier jahrelang unterstützt hatte. „Ihm war es immer ein großes Anliegen, dass in Rosenheim der Vorhang aufgeht und dass hier Bühnenleben stattfinden kann“, so Körner-Metz. Diesbezüglich habe sie bereits Kontakt mit dem Leiter des Rosenheimer Kulturamts, Wolfgang Hauck, aufgenommen. „Möglicherweise kann in einem Museum ein Gedenkraum eingerichtet werden, weil meines Wissens viele seiner persönlichen Gegenstände nach Rosenheim kommen sollen.“

Vermögen fließt
in eine Stiftung

Zugleich soll das Luxusanwesen in Las Vegas, so weiß es der Neffe, ebenfalls erhalten bleiben – ebenso die Zucht der weißen Tiger im „Secret Garden“ (Zoo neben dem Mirage-Hotel), die der Magier stets vor dem Aussterben bewahren wollte. Dazu hatte Fischbacher sein Vermögen – Medienberichten zufolge etwa 185 Millionen Euro – in eine Stiftung überführen lassen.

Familie hinterlässt Fischbacher, der in jungen Jahren in die USA ausgewandert war, in Deutschland: in München seine Schwester Margit, die als Ordensschwester Dolore (78) in St. Bonifaz lebt und ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Bruder hatte, und in Rosenheim-Kastenau seinen Bruder Marinus (85) sowie dessen Sohn, ebenfalls Marinus, mit Familie. Letzterer, besagter Neffe des Magiers, und dessen Kinder hatten ebenso eine enge Bindung zu ihrem Onkel und Großonkel – und waren regelmäßig in Las Vegas zu Besuch. „Siegfried hat sogar mit meinen Kindern Hausaufgaben gemacht, sie waren für ihn wie Enkel.“

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