Rosenheim – Die Corona-Fallzahlen in der Region sinken deutlich, der Landkreis liegt gar unter dem Inzidenzwert von 100. Was Sorge bereitet: Mutationen von SARS-CoV-2. Die südafrikanische Variante, die Experten zufolge besonders ansteckend sein soll, ist diese Woche in der Region bereits festgestellt worden – bayernweit das erste Mal. Im Nachbarlandkreis Mühldorf sind zudem drei Infektionen mit der britischen Variante aufgetreten. Nicht überbewerten will der Sprecher des Gesundheitsamtes Rosenheim, Michael Fischer, den ersten Treffer in Bezug auf die südafrikanische Virus-Mutation in der Region: „Es handelte sich um einen Reiserückkehrer aus Südafrika, der sich umgehend in Quarantäne begeben hatte und dessen Abstrich nach dem positiven Befund einer genaueren Untersuchung unterzogen wurde. Wir gehen nicht davon aus, dass das Virus weiterverbreitet wurde.“ Inzwischen sei der Betroffene aus der Quarantäne entlassen – und gesund.
25 Urlauber
aus Südafrika
Im Januar registrierte das Gesundheitsamt Rosenheim insgesamt 25 Reiserückkehrer aus Südafrika, wie die Behörde auf Anfrage mitteilte. Die Gesamtzahl der offiziell vermerkten Reiserückkehrer in diesem Monat: 4124. Spitzenreiter: Österreich mit 585 Rückkehrern, Bosnien mit 459, Polen mit 340, Kroatien mit 257, Ungarn mit 246 und Spanien mit 236. Mit Blick auf die Verbreitung der neuen Virusvarianten empfiehlt die Behörde dringlich, von Reisen ins Ausland Abstand zu nehmen. Und: Trotz rückläufiger Neuinfektionen sollten Kontakte, so weit wie möglich, vermieden werden.
In Stadt und Landkreis Rosenheim gingen im Verlauf der Woche die Fallzahlen deutlich zurück – was sich entsprechend auf die SiebenTage-Inzidenz auswirkt. Sie liegt aktuell bei 107 in der Stadt und bei 76 im Landkreis (Stand 29. Januar 0 Uhr).
Seit dem letzten Wochenbericht (22. Januar) wurden dem Gesundheitsamt 267 neue Fälle gemeldet. Bisher sind insgesamt 12654 Fälle von Covid-19 in der Region registriert (Landkreis 9936, Stadt 2718). Mittlerweile ist bei 9932 Personen eine Genesung dokumentiert.
Was der Behörde Sorgen bereitet: Dass trotz der sinkenden Infektionszahl weiterhin Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen auftreten. Lichtblick: der Fortschritt bei den Corona-Impfungen, insbesondere in den Alten- und Pflegeheimen. In 54 von 63 Einrichtungen wurden laut Gesundheitsamt bereits Impfungen durchgeführt. Seit dieser Woche werden zudem in Einrichtungen des Betreuten Wohnens Erstimpfungen durchgeführt.
Insgesamt 10237 Personen haben in der Region bis dato eine Corona-Impfung erhalten (Stand 29. Januar), davon 3216 eine Zweitimpfung. Zuletzt ist Freitagmittag eine Impfstofflieferung in der Region angekommen, die nächste Lieferung wird Dienstag erwartet: mit 510 Injektionsfläschchen, was 3060 Impfdosen entspricht. Diese sollen laut Impfkoordinator Hans Meyrl für Zweitimpfungen in Heimen verwendet werden.
Weiter steigend ist die Zahl der Sterbefälle in Verbindung mit Covid-19: auf zuletzt 444 Personen (Landkreis 395, Stadt 49; +14 gegenüber der Vorwoche, davon zehn über 80, vier zwischen 60 und 80 Jahre). Zwölf der zuletzt Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden. Keine Entspannung ist in den Kliniken in Sicht: 156 Covid-19Patienten (+6 zur Vorwoche) werden aktuell stationär behandelt, davon 21 (+4) auf Intensiv.