Rosenheim – Die Hauptzollämter haben im Februar Bilanz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit in 2020 gezogen. Trotz der Corona-Pandemie hat die Finanzkontrolle (FKS) des Hauptzollamts Rosenheim mit ihren drei Standorten Rosenheim, Traunstein und Weilheim 1155 Arbeitgeberprüfungen durchgeführt. Ein besonderes Augenmerk wurde unter anderem auf das Baugewerbe und den Bereich Paket- und Kurierdienst gelegt.
Insgesamt leitete die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Rosenheim 1341 Bußgeld- und Strafverfahren ein. Dabei sei 2020 eine Schadenssumme von mehr als 23 Millionen Euro aufgedeckt worden. Die Folge: Strafgerichte verhängten Geldstrafen in Höhe von 720000 Euro und Freiheitsstrafen von insgesamt 86 Jahren. Auch die festgesetzten Bußgelder und Einziehungsbeträge von über 400000 Euro zeigen die konsequente Verfolgung der Schwarzarbeit.
Die seit 2000 bestehende gemeinsame FKS-Ermittlungsgruppe „Formica“ des Hauptzollamts Rosenheim und der Steuerfahndungsstelle München trägt nach eigenen Angaben jedes Jahr zu der erfolgreichen Verfolgung von systematischer Schwarzarbeit bei.
„In den vergangenen 20 Jahren kann diese 15-köpfige, behördenübergreifende Ermittlungsgruppe, die als erste in Deutschland eine gemeinsame IT-Struktur aufbaute und personell eng zusammenarbeitet, auf insgesamt 267 Jahre Freiheitsstrafen, davon Urteile bis zu sechs Jahre im Einzelfall und aufgedeckte Schadenssummen von 158 Millionen Euro verweisen“, erklärt der Sachgebietsleiter der Rosenheimer Finanzkontrolle Schwarzarbeit Reinhard Mayr.