Rosenheim/Mühldorf – Mit einem Rekordergebnis schließt die OVB-Weihnachtsspendenaktion zugunsten des Hauses Christophorus in Brannenburg ab: 1,2 Millionen Euro, genauer gesagt 1.234169,23 Euro, haben die Leser der OVB-Heimatzeitungen zugunsten der Einrichtung, die Heimat für schwerst und mehrfach behinderte Kinder ist, gespendet.
Überwältigt von der übergroßen Spendenbereitschaft zeigten sich nun beim offiziellen Abschluss der Aktion die Protagonisten, allen voran Heimleiterin Alexandra Huber und Caritas-Vertreter Sebastian Schröder – aber auch der Verleger der OVB-Heimatzeitungen, Oliver Döser, und Redaktionsleiter Willi Börsch. „In bin sehr stolz und überglücklich über diesen Erfolg“, zeigt sich Oliver Döser begeistert. Dem kann sich Willi Börsch nur anschließen – zumal es sich um seine letzte und zugleich erfolgreichste Spendenaktion handelt. Der langjährige Redaktionsleiter hatte vor 30 Jahren den Grundstein für die OVB-Aktion gelegt.
Seit immerhin 25 Jahren ist Auto Eder Kolbermoor Partner der Aktion „OVB-Leser zeigen Herz“ – und stellt jedes Jahr einen Wagen zur Verfügung, der unter den Teilnehmern verlost wird. Zuletzt: ein Mazda 2 im Wert von rund 16000 Euro, der nach Wasserburg ging. Glückliche Gewinnerin ist, wie berichtet, Sigrid Herdle.
Und ein weiterer Rekord macht die Aktion so bemerkenswert: die 100000-Euro-Spende von Hans Borowski aus Brannenburg, die bei Weitem höchste Einzelspende seit Bestehen, die Anfang Dezember für Glücksmomente sorgte (wir berichteten).
„Unglaubliche Dankbarkeit“ herrscht zum Abschluss der Aktion im Haus Christophorus vor. „Wir können unser Glück kaum fassen“, bekennt Heimleiterin Huber. Denn: Die Spende ebnet den Weg zur dringend benötigten Erweiterung der Einrichtung. Aufgrund der unglaublichen Großzügigkeit der OVB-Leser kann dieser „Wunschtraum“, wie es Sebastian Schröder vom Caritas-Verband, dem Träger der Einrichtung, nennt, nun weitaus schneller als erhofft realisiert werden. „Normalerweise dauert es Jahre, bis ein derartiges Projekt die Förderzusagen erhält, jetzt, in Corona-Zeiten, dürfte sich das sogar noch mehr in die Länge ziehen.“ Als aktuelles Beispiel zieht er den Neubau der Wendelstein-Werkstätten, ebenfalls ein Projekt des Caritas-Verbands, im Rosenheimer Gewerbegebiet Oberfeld heran: Seit 2016 liefen die Planungen – und gestern erst erfolgte der Spatenstich.
In Brannenburg soll sich das, wenn es nach Schröder geht, nicht wiederholen: Hier sind die Planungen für die Erweiterung der Einrichtung – entstehen wird ein zweigeschossiger Anbau für eine weitere Wohngruppe, die sieben Kindern und Jugendlichen Platz bieten soll – bereits angelaufen. Die ersten Entwürfe eines Münchner Architekturbüros stehen. Auch die Fachplaner waren schon vor Ort. Diesen Montag werden die Bodenproben entnommen. Der offizielle Spatenstich ist für Herbst angesetzt.
Pläne stehen,
Baustart 2022
Der eigentliche Baubeginn, sofern seitens der Regierung von Oberbayern die Zuschüsse freigegeben sind, soll möglichst im ersten Quartal 2022 erfolgen. „Wir haben hier den Riesenvorteil, dass wir durch die tolle Spendensumme der OVB-Leser einen beträchtlichen Anteil an Eigenmitteln beisteuern können, was die Verfahren beschleunigen dürfte“, hofft der Projektverantwortliche.
Die Gesamtsumme des Vorhabens beläuft sich auf knapp 4,5 Millionen Euro. Darin inbegriffen sind, abgesehen vom dringend benötigten Neubau, da die Einrichtung aus allen Nähten platzt: das Schaffen eines eigenen Schulraumes, um gehandicapten Kindern den für sie besonders beschwerlichen Schulweg in die Philipp-Neri-Schule nach Rosenheim zu ersparen; und die Instandsetzung der Haustechnik inklusive der Erneuerung des Notstromaggregats, das gerade für die Beatmung und intensivmedizinische Betreuung einiger Kinder unabdingbar ist.
Läuft alles reibungslos, will Schröder den Neubau bis Jahresende 2022/Anfang 2023 abgeschlossen haben – und der Einzug der Kinder und Jugendlichen könnte erfolgen.
Das Wunderbare an der OVB-Aktion – und deshalb sind Schröder und Huber auch über alle Maßen dankbar: Dass durch die unglaubliche Spendenbereitschaft der Leser nun eine Rekordsumme nach Brannenburg fließen kann – und somit beim Bau nicht geknausert werden muss, sondern hier und da „wertiger“ für die Kinder gebaut werden kann. „Das sind oftmals nur Kleinigkeiten, aber im Alltag bedeuten sie viel, wie hier ein paar Quadratmeter mehr Platz für einen Rollstuhl oder ein klein wenig größeres Pflegebad, das zur Wohlfühloase für die Kinder werden soll.“
Lichtblicke für die teils schwer behinderten Kinder im Haus Christophorus, die Sie, liebe Leser, durch Ihre Großzügigkeit ermöglicht haben – und die ganz gewiss das ein oder andere Lächeln in ihre Gesichter zaubern werden. Wir, die OVB-Heimatzeitungen, danken Ihnen dafür sehr herzlich – und wir werden Sie über den Fortschritt „Ihres“ Projektes weiter auf dem Laufenden halten.
Die OVB-Aktion „Leser zeigen Herz“ 2020, in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Prinzessin Ursula von Bayern, ist damit offiziell abgeschlossen. Wer noch spenden will, kann dies jedoch weiterhin tun. Die Konten bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling und „meine Volksbank Raiffeisenbank“ bleiben bis auf Weiteres bestehen.