Rosenheim – Was Dr. Thomas Schulzki, Laborleiter und Geschäftsführer des Medizinischen Labors Rosenheim, Ende vergangener Woche gegenüber den OVB-Heimatzeitungen bereits angedeutet hatte, ist nun Gewissheit: Bei zahlreichen Coronavirus-Fällen in Stadt und Landkreis Rosenheim handelt es sich um die britische Corona-Mutation B1.1.7. Im Landkreis sind 62 Fälle mit dieser Corona-Variante, in der Stadt zwölf Fälle nachgewiesen, wie das Rosenheimer Landratsamt am Montag mitteilte. Schulzki hatte jüngst von einem guten Dutzend Fälle der britischen Variante gesprochen, die er in seiner Einrichtung festgestellt habe. Da diese Fälle seitens des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) noch nicht per sogenannter Genom-Sequenzierung bestätigt waren, galten sie bislang nur als Verdachtsfälle (wir berichteten).
Ab sofort ist nach Angaben des Landratsamtes zudem keine Genom-Sequenzierung, als eine genauere Untersuchung der Verdachtsfälle nach speziellen Genveränderungen, mehr notwendig. Werden die Genveränderungen bei den Laboruntersuchungen erkannt, reicht dies nun zur Identifikation der britischen Variante aus.
Für den Nachweis der südafrikanischen sowie der brasilianischen Varianten ist nach Angaben der Behörde aber weiterhin die Bestätigung durch das LGL notwendig. Neben den nun bestätigten 74 Fällen der britischen Mutation im Raum Rosenheim, gibt es bisher nur einen bestätigten Fall der südafrikanischen Variante (B1.351) in der Region. Die brasilianische Mutation wurde nach Angaben des Landratsamtes hingegen noch nicht nachgewiesen.