Rosenheim – Mit der Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2020 kommen positive Nachrichten aus dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd: weniger Verkehrsunfälle und weniger Verletzte als noch 2019. Jedoch waren deutlich mehr Fahrradfahrer an Unfällen beteiligt – auch wegen der Corona-Pandemie.
Polizeipräsident Robert Kopp wertet die rückläufigen Zahlen in den Bereichen Unfälle und Verletzte als „erfreulichen Trend“. Im Jahr 2020 habe man die „niedrigste Zahl von Verkehrsunfällen mit Personenschäden sowie der dabei verletzten Personen“ in den vergangenen zehn Jahren im südlichen Oberbayern verzeichnet.
Doch diese Entwicklung müsse man mit der Corona-Pandemie in Bezug setzen. Durch die beiden Lockdowns im Frühjahr und Spätherbst seien weniger Menschen im Straßenverkehr unterwegs gewesen.
Zahl im Landkreis
Mühldorf rückläufig
Im Landkreis Rosenheim starben im vergangenen Jahr 13 Menschen bei Verkehrsunfällen. Das sind genauso viele wie 2019. Auch in der Stadt Rosenheim änderte sich nichts: Hier verloren zwei Personen im Straßenverkehr ihr Leben. Im Landkreis Traunstein blieb die Zahl ebenfalls gleich. 14 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen getötet. Einzig im Landkreis Mühldorf ist die Zahl rückläufig. Waren es 2019 noch acht Tote, starben 2020 insgesamt fünf Verkehrsteilnehmer.
Deutlich verändert haben sich die Zahlen der Verkehrsunfälle in den Landkreisen. In Rosenheim sank die Zahl um 14,9 Prozent auf 6254 Unfälle. In der Stadt ereigneten sich 2050 Stück. Das ist ein Rückgang von 23,1 Prozent. Auch in den Landkreisen Mühldorf und Traunstein sank die Zahl der Verkehrsunfälle.
In allen drei Landkreisen sowie in der Stadt Rosenheim verzeichnet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd einen Rückgang an Verletzten im Straßenverkehr. Am deutlichsten ist die Zahl in der Stadt Rosenheim gesunken. Während 2019 noch 457 Menschen verletzt wurden, waren es im darauffolgenden Jahr nur noch 376. Auf die Stadt folgt der Landkreis Mühldorf mit einem Rückgang von 12,5 Prozent und 484 Verletzten. In Rosenheim und Traunstein teilte das Präsidium ein Minus von 7,6 Prozent beziehungsweise 5,1 Prozent mit.
Für den Straßenverkehr benennt das Polizeipräsidium mehrere Hauptrisikogruppen. An erster Stelle stehen 2020 Fahrradfahrer. Es waren 21,7 Prozent mehr an Unfällen beteiligt als noch im Jahr 2019, heißt es in der Bilanz. Außerdem wurden insgesamt 2430 Fahrradfahrer verletzt, ein Plus von 23,7 Prozent. 2020 wurden 14 Menschen im Straßenverkehr getötet, einer mehr als 2019.
Geschwindigkeit
spielt große Rolle
Der Hauptgrund für diese Anstiege ist laut Polizeipräsident Kopp die Corona-Pandemie. Weil sich viele Menschen draußen bewegt hätten, seien mehr Rad- und Pedelecfahrer an Verkehrsunfällen beteiligt gewesen.
Zu den Hauptrisikogruppen zählen außerdem Motorradfahrer. 2020 wurden 23 Menschen getötet, zwei mehr als im Vorjahr. „Nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit“ sind dem Präsidium zufolge die Hauptunfallursachen in diesem Bereich.
Raserei spielt auch bei Unfällen mit tödlichem Ausgang die größte Rolle. Im vergangenen Jahr verloren 28 Personen – und damit mehr als ein Drittel der Verkehrstoten – im Gebiet des Präsidiums ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde.