„Selbstbestimmung muss vor Regulierung stehen“

von Redaktion

Großer Protest von Unternehmern aus der Region in Irschenberg – Motto: „Wir stehen zusammen“

Irschenberg – Unter dem Motto „Wir stehen zusammen“ protestieren am Samstag 100 Unternehmer aus der Region Miesbach und Rosenheim in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg. Dabei machten sie ihrem Ärger über das Corona-Management der Politik lautstark Luft und formulierten dies auch in einem offenen Brief an die Volksvertreter des Bayerischen Landtages. „Wir stehen zusammen“ ist das erklärte Motto von mittlerweile 161 namhafte Unternehmen mit insgesamt 7412 Arbeitsplätzen aus den Landkreisen Rosenheim und Miesbach. „In der Corona-Krise wurden durch zwanghafte Eingriffe, einseitige Darstellungen und inzwischen offensichtliche Hinhalte-Strategien, unter Ausblendung von gesellschaftlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgeschäden, Vertrauen und Glaubwürdigkeit vollständig verspielt“, so die gemeinsame Haltung der Unternehmer.

„Aus diesen Gründen sind die hier angesprochenen Politiker für uns nicht mehr wählbar. Freiheit und Selbstbestimmung muss vor Regulierung und Zwang stehen. Wirtschaft und Gesellschaft florieren nur dann, wenn die Gesellschaft frei in ihren Gedanken und Handlungen ist, sie gehen zugrunde, wenn Vorschriften und Bürokratie die Überhand gewinnen“, so der Inhalt des offenen Briefes. Die Unternehmer wenden sich in dem offenen Brief mit konkreten Forderungen an die politischen Vertreter der Region: Eigenverantwortung und Selbstbestimmung im Umgang mit gesundheitlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken, Reduzierung von staatlicher Regulierung und Rückkehr zur freien sozialen Marktwirtschaft, umgehende Wiedereröffnung der Betriebe und Rückgabe der persönlichen und unternehmerischen Freiheit.

Der Gründer der Firma Bora in Raubling, Willi Bruckbauer, sagt: „Ich wünsche mir eine daten- und faktenbasierte Entscheidung, das geht mir von Tag eins an ab. Und ich kritisiere auch den Zickzackkurs der Politik“, so der Geschäftsführer.

„Es wird irgendwas aufgebaut, was auf einem Test beruht, von dem man weiß, dass er fehlerhaft ist. Und wen wir massiv vergessen in dieser Pandemie, sind die Kinder.“ Bruckbauer habe auch etwa 50 Grenzpendler in seiner Firma beschäftigt. „Das ist ein Chaos, das kann man sich gar nicht vorstellen.“ Corona sei mittlerweile Wahlkampf geworden, so der Unternehmer. Der Erste Bürgermeister von Irschenberg, Klaus Meixner, der selber über Jahrzehnte eine Zimmerei führte, findet: „Die ganze Gesellschaft leidet unter den Kontaktbeschränkungen und die Kinder können den Verlust nicht mehr aufholen.“

Mitinitiator Markus Dettendorfer, der die Firma Dettendorfer Maschinenbau in Söchtenau betreibt, findet deutliche Worte: „Man kann doch nicht Samthandschuhe von jemandem fordern, den ich zuerst knechte. Die Mehrheit hat den Politikern die Macht übertragen und die müssen diese Macht im Sinne des Volkes ausüben.“

Der Vorstandsvorsitzende Franz Richter von der Kaffeerösterei Dinzler kritisierte die politische Führung: „Wir werden in Deutschland katastrophal schlecht regiert. „Was jetzt passiert ist furchbar schlimm“, sagt er, will das Virus aber nicht verharmlosen. Der offene Brief ist der erste Schritt. Neben der Vernetzung sind weitere Schritte zum unternehmerisch-politischen Diskurs geplant.jb

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