Friedliche Kundgebung streift das Thema nur am Rand

von Redaktion

450 Teilnehmer demonstrieren unter dem Motto „Nachbarn stehen zusammen“ an der Landesgrenze

Oberaudorf/Niederndorf – Direkt an der Landesgrenze Bayern-Tirol fand Sonntag von 14 bis 16.30 Uhr eine länderübergreifende Kundgebung unter dem Motto „Nachbarn stehen zusammen“ statt. Als Versammlungsleiter und Organisator fungierte Bernd Bräuer. Er trat bereits mit ähnlichen Veranstaltungen in Rosenheim, Freilassing, München und Wasserburg mit kritischen Themen rund um die Corona-Krise in Erscheinung.

Aus Platz- und Sicherheitsgründen waren bei der Brückenkundgebung vom Landratsamt Rosenheim nur 300 Teilnehmer auf bayerischer Seite zugelassen worden, sodass 150 weitere Teilnehmer auf den zweiten Kundgebungsort am Festplatz Oberaudorf ausweichen mussten. „Zwischen den Teilnehmern musste ein Mindestabstand von zwei Metern gewahrt werden. Ausgenommen waren Personen aus einem gemeinsamen Hausstand“, so Landratsamt- Pressesprecher Michael Fischer. Nur die Versammlungsleitung und die Redner durften bei Durchsagen und Redebeiträgen die Masken abnehmen, ansonsten herrschte Maskenpflicht. Diese wurde mit wenigen Ausnahmen eingehalten.

Auf Tiroler Seite spiegelte Harald Körber, Corona-Maßnahmengegner aus Kufstein, parallel eine gleichgeartete Versammlung mit rund 200 Teilnehmern. Die Brücke selbst war für beide Kundgebungen tabu. Gleichwohl wurde den Versammlungsleitern genehmigt, an der Brücke einen Anhänger mit Luftballons in den jeweiligen Landesfarben „Weiß, Blau, Rot“ zu platzieren. Diese sollten grenzüberschreitend in den graubewölkten Himmel entlassen werden, doch das Wetter spielte nicht mit.

Unter dem Titel „Nachbarn stehen zusammen“ wollten die Veranstalter ein Thema einbinden, das die grenznahen Gemeinden stark bewegt und wirtschaftlich belastet. Allerdings thematisierten die Redebeiträge auf beiden Seiten der Grenze die Probleme der „De-Fakto-Grenzschließung“ kaum. Rechtsanwalt Markus Haintz stellte stattdessen ein weiteres Mal die seiner Meinung nach entwürdigende und ungesunde Maskentragepflicht an den Pranger.

Der Söchtenauer Unternehmer Markus Dettendorfer, der nach seiner Einlassung für über 1000 Unternehmen mit 25000 Arbeitnehmern sprach, ging auf die wirtschaftlichen Folgen ein: „Jeden Tag neue Regeln, die keiner versteht, sind Zerstörungspolitik. Wir brauchen unsere unternehmerische Freiheit zurück, um Arbeitsplätze zu erhalten und Steuern zahlen zu können.“ Versammlungsleiter und Polizeiführung waren darauf bedacht, einen sicheren und friedlichen Kundgebungsablauf zu garantieren, was vorbildlich funktionierte. Roland Schmidt

Platzverweisfür Stefan Bauer

Das Rosenheimer AfD-Mitglied Stefan Bauer erhielt einen Platzverweis. Bauer hatte wenige Tage zuvor an der österreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen die Covid-Impfung mit dem Einsatz des Giftgases Zyklon B verglichen. Nach dem Österreichaufenthalt begab er sich nicht in die vorgeschriebene Quarantäne, sondern wollte an der Versammlung teilnehmen. Dies wurde zur Anzeige gebracht, die Polizei reagierte.

Artikel 7 von 11