Rosenheim – Weg von der Inzidenz, hin zum Modellprojekt: Regionale Vertreter der Wirtschaft verlangen, dass nicht mehr allein die Sieben-Tage-Inzidenz als Maß aller Dinge gilt, um Lockerungen für Handel und Gastronomie zu ermöglichen. In einer Deklaration fordern Vertreter des Rosenheimer Regionalausschusses der Industrie- und Handelskammer, des Rosenheimer Einzelhandelsverbands wie auch des City-Managements Rosenheim vom Freistaat, auch in Bayern Modellregionen mit kontrollierten Öffnungen zuzulassen. Solche gibt es beispielsweise in Baden-Württemberg. Die Stadt Tübingen stellt seit Mitte März einen Tagespass für all jene aus, die einen negativen Schnelltest vorweisen können. Mit diesem wiederum können Getestete Geschäfte, aber auch Restaurants und Theater besuchen.
Wirtschaft will bei Organisation mithelfen
Ein solches Vorgehen wünschen sich die Wirtschaftsvertreter auch für die Stadt Rosenheim. Dabei zeigen sie sich bereit, ihren Teil beizutragen, um ein solches Vorhaben in Rosenheim zu verwirklichen: „Als Wirtschaft können wir zusammen mit der Stadt eine reibungslose Organisation der Tests, digitale Nachweise der Ergebnisse sowie eine digitale Kontaktnachverfolgung auf die Beine stellen und für ein engmaschiges Kontrollsystem sorgen.“ Auch Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März kann sich ein solches Modellprojekt vorstellen. „Ich halte jede Überlegung, dieser Pandemie anders zu begegnen, für überlegenswert“, kommentiert er auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen den Vorschlag, bei der Bekämpfung des Coronavirus nicht nur an Schließungen zu denken. Dies bedeute wiederum nicht, dass man unüberlegt Geschäfte und Gastronomie öffnen sollte. „Wenn wir die Erlaubnis bekämen, ein solches Modell auszuprobieren, bin ich mir sicher, dass wir das organisatorisch auf die Reihe bekommen.“ Jedoch: Voraussetzungen für den OB ist, dass sich die Staatsregierung finanziell an einem solchen Vorhaben beteiligt. Schließlich profitierten von den Ergebnissen der Studie auch andere Kommunen.Jens Kirschner