„Mehr Bewerbungen als Möglichkeiten“

von Redaktion

Modellregion: Rosenheim hat Chancen

Rosenheim – Wo kann man öffnen, wo öffentliches Leben wieder möglich machen, auch trotz oder mit Corona? Für ein Pilotprojekt, das Antworten auf diese Fragen geben soll, hat sich Rosenheim als Modellstadt beworben (wir berichteten). Wie groß die Chancen sind, war auch nach der Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gestern vor dem Landtag nicht zu beantworten.

Söder führte das Projekt gestern immerhin aus. Demnach sollen acht Modellregionen – eine in jedem Bezirk, nur im bevölkerungsreichen Oberbayern zwei – an dem Projekt teilnehmen, nicht nur drei, wie es zunächst geheißen hatte. Losgehen soll es nach den Osterferien, in Frage kommen Kommunen mit einer Inzidenzzahl von 100 bis 150.

Die auserkorenen Kommunen könnten dann ab 12. April, vom Landesamt für Gesundheit begleitet, Öffnungen vornehmen. Söder betonte, dass das Projekt auf großes Interesse stoße: „Wir haben mehr Bewerbungen als Möglichkeiten.“ Noch Chancen, aber große Konkurrenz – so kann man Rosenheims Chancen zusammenfassen.

Für Rosenheim spricht einiges. Die Stadt galt in den vergangenen Monaten immer wieder als Corona-Hotspot. Als kreisfreie Stadt ist Rosenheim überschaubar, besitzt eine gewisse Einheitlichkeit, auch die nötigen Behörden wären vorhanden, sagte der Zweite Bürgermeister Daniel Artmann im Gespräch mit unserer Zeitung. „Für dieses Modellprojekt wäre Rosenheim auf jeden Fall eine spannende Stadt.“ Oberbürgermeister Andreas März (CSU) hatte am Dienstagnachmittag Rosenheim empfohlen. „Wir haben bereits mehrere Testzentren. Deshalb werden wir selbstverständlich unseren Hut als Modellstadt in den Ring werfen“, sagte März. Den Rosenheimern folgte am gestrigen Mittwochnachmittag der Nachbarlandkreis Traunstein. Landrat Siegfried Walch (CSU) führt viele Argumente ins Feld, die auch Rosenheim geltend machen kann: die Grenzlage zu Österreich, die hohen Inzidenzzahlen, die Rolle der Region als Ausflugsziel, die hohen Testzahlen.

Die Entscheidung darüber, welche Stadt oder welcher Landkreis letztlich als Modell dienen darf oder muss, wird noch einige Tage lang in der Schwebe bleiben. Denn es gilt die Entwicklung der Inzidenzzahl abzuwarten, und das bis zu einem Tag nicht allzu fern vom Start am 12. April.

Der Rosenheimer CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stötttner rechnet denn auch erst für nächste Woche mit einer Entscheidung. „Rosenheim hat weiter gute Argumente“, sagte er. „Und wenn wir bis dahin unter 100 sind, auch gut – dann dürfen wir ohnehin öffnen.“Michael Weiser

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