Energieeffizienz-Netzwerk Rosenheim-Traunstein hat ambitionierte Ziele

von Redaktion

Nach einem Jahr der Auswertung und Überlegung soll mit 578 Einzelmaßnahmen der kommunale Verbrauch optimiert werden

Rosenheim – Viel Arbeit liegt hinter ihnen, aber ein wichtiger Meilenstein ist erreicht. Die dreizehn Kommunen des Energieeffizienz-Netzwerks Rosenheim-Traunstein setzen sich zum Abschluss des ersten Jahres Ziele für die weitere Netzwerkarbeit: Welche Bereiche sollen betrachtet werden? Welche Liegenschaften bieten Potenzial zur Verbesserung der Energieeffizienz? Ist die Straßenbeleuchtung auf dem aktuellen Stand der Technik? Wie steht es um die Kläranlage?

Diese und viele weitere Fragen haben die teilnehmenden Kommunen aus der Region Rosenheim und Traunstein in den vergangen Monaten beschäftigt. Unterstützt durch die Energieberater des „Instituts für nachhaltige Energieversorgung an der Technischen Hochschule Rosenheim“ (INEV) wurden Daten erhoben, Potenziale identifiziert und Liegenschaften begangen. Die Berater entwickelten so über 1000 Maßnahmenvorschläge, wie die Energieeffizienz und der CO2-Fußabdruck in kommunalen Bereichen verbessert werden kann. Am Ende wurden 578 Einzelmaßnahmen zur Umsetzung ausgewählt.

CO2Emission soll deutlich sinken

Wer sich so viel vornimmt, setzt sich hohe Ziele. Insgesamt wollen die Kommunen 1723 Megawattstunden (MWh) Endenergie beziehungsweise 2433 MWh Primärenergie pro Jahr einsparen und damit ihre CO2-Emissionen um 707 Tonnen pro Jahr senken. Auch mithilfe zahlreicher Fotovoltaikanlagen.

Von der Dämmung von Komponenten im Heizraum bis hin zur Generalsanierung reichen die Maßnahmen, die an kommunalen Liegenschaften in Angriff genommen werden sollen. Auch die kommunale Flotte, Pumpwerke und ganze Kläranlagen sollen optimiert werden; und selbstverständlich spielt eine nachhaltige Energieversorgung eine wichtige Rolle.

Mit dem Start des zweiten Netzwerkjahres liegt der Focus nun auf der Konkretisierung und Umsetzung der ausgewählten Maßnahmen.

Der zweite Teil des Netzwerktreffens war der energetischen Sanierung im kommunalen und sozialen Wohnungsbau gewidmet. Professor Dr. Jochen Stopper von der Technischen Hochschule Rosenheim und Thomas Brückl von der Stadtbau GmbH Regensburg hoben in ihren Vorträgen die Bedeutung der Energie- und Ressourceneffizienz im kommunalen Wohnungsbau hervor.

Viele Gebäude
als Schwachstellen

Der Gebäudesektor ist in Europa für etwa 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich sowie weltweit für 40 Prozent des Ressourcenverbrauchs. Neben der Energieeffizienz des Gebäudes wurde die Ökobilanz im gesamten Lebenszyklus – von der Herstellung der Baumaterialien bis hin zur Entsorgung nach dem Abriss – hervorgehoben. Beide Referenten stellten innovative Ansätze und Projekte für Bauen und Sanieren vor.

Robert Freund vom Klimaschutzmanagement der Stadt Rosenheim stellte in einem weiteren Fachvortrag die Ergebnisse des EU-Projektes „Sinfonia“ vor, an dem die Stadt Rosenheim beteiligt war. Dabei wurden Strategien zur Stadtentwicklung erarbeitet, die eine nachhaltige und lebenswerte Gestaltung des Stadtlebens garantieren sollen.

Den Vorträgen folgte ein reger digitaler Austausch unter den Teilnehmern. Netzwerkmanager Professor Dr. Dominikus Bücker von INEV zeigte sich darüber hochzufrieden: Man spüre, wie motiviert alle sind, die Maßnahmen in den Kommunen nun umzusetzen und die Ziele zu erreichen.

Im Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk Rosenheim-Traunstein haben sich die Kommunen Bad Endorf, Bad Feilnbach, Großkarolinenfeld, Neubeuern, Prien, Raubling, Rohrdorf, Stadt Rosenheim, Schechen, Siegsdorf, Stephanskirchen, Tuntenhausen und Waging zusammengeschlossen, um gemeinsam Energieverbrauch und CO2-Emissionen nachhaltig zu senken. Die Netzwerkarbeit wird durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Artikel 1 von 11