Edling – „Die Vorwürfe entsprechen nicht der Wahrheit“, sagt Helmut Hammerbacher aus Edling. Er ist das UBG-Gemeinderatsmitglied, das am 11. März in einer Sitzung gesessen haben soll, ohne das Ergebnis seines Corona-Tests abgewartet zu haben (wir berichteten). Er empfindet die „Anschuldigung von Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU) als unverschämt“ und sagt zu den OVB-Heimatzeitungen, „die Reihenfolge war ganz anders. Ich wäre doch nicht hingegangen, wenn ich etwas geahnt hätte“. Hammerbacher hatte seine hochbetagte Mutter am 8. März in Röthenbach besucht und sie zur zweiten Impfung begleitet. Danach ging es ihr nicht gut. „Ihr Arm tat weh, ich dachte an normale Nebenwirkungen.“ Zwei Tage später sei er nach Hause gefahren, drei Tage später habe er an der Gemeinderatssitzung teilgenommen.
Am Tag nach der Sitzung wurde er telefonisch vom Gesundheitsamt in Lauf (Nürnberger Land) informiert, dass die Haushälterin der Mutter positiv getestet worden sei. „Ich hab sie nur kurz gesehen, als sie ins Zimmer kam“, so Hammerbacher, der am 13. März zum Testen zur Loretowiese musste, am Tag danach erfuhr er, dass er positiv auf die Corona-Mutante B.1.1.7 getestet worden war. Quarantäne war bis 23. März angeordnet. „Ich hab dem Gesundheitsamt Rosenheim pflichtgemäß meine Kontakte gemeldet, also auch die des Gemeinderates. Es ist definitiv nicht wahr, dass ich im Wissen um eine Corona-Erkrankung die Gemeinderatssitzung besucht hätte“, so der Edlinger. Seine Mutter wurde übrigens erst fünf Tage nach ihm positiv getestet. Beide hatten leichte Symptome. „Ich war etwas zerdätscht und hatte erhöhte Temperatur. Mama hat es gut weggesteckt“, so Hammerbacher, der sich immer noch in Quarantäne befindet und auf seine Freitestung wartet.
Ärgerlich sei, dass er nach der Berichterstattung in der Zeitung anonyme E-Mails mit Rücktrittsforderungen bekam. Vom Bürgermeister hätte er sich einen Anruf statt Anschuldigungen gewünscht.
ANDREA KLEMM