Oberaudorf – Es war ein forderndes Wochenende für die Bergretter, die zu zahlreichen Einsätzen gerufen wurden (siehe Infobox). Einer davon hatte einen tragischen Ausgang: Wanderer entdeckten am vergangenen Freitagnachmittag einen 70-jährigen Skitourengeher in der Nähe der Schoißeralmen im Brünnsteingebiet. Der Mann lag leblos im Schnee.
Die Bergwacht Oberaudorf war wenig später mit elf Einsatzkräften vor Ort, unterstützt durch den Rettungshubschrauber Christoph 1. Die Retter versuchten, den Mann aus Raubling zu reanimieren, jedoch ohne Erfolg. Er starb noch an der Unfallstelle. Laut einer Mitteilung der Polizei war der 70-Jährige zuvor alleinbeteiligt an einem Hang gestürzt. Ob er an den Verletzungen infolge des Sturzes starb oder ein anderes medizinisches Problem – etwa ein Herzinfarkt – für den Tod ursächlich war, ist bislang unklar. Die Alpine Einsatzgruppe der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Laut eines Sprechers der Polizeiinspektion Kiefersfelden will die Staatsanwaltschaft heute im Laufe des Tages entscheiden, ob die Leiche des Verunglückten obduziert werden soll. mak
Zahlreiche Bergunfälle halten die Rettungskräfte in Atem
Gleitschirmpilot stürzt ab: Schwer verletzt hat sich am frühen Samstagnachmittag ein Gleitschirmpilot (70) aus dem Inntal im Bereich der Ramboldplatte, nachdem er aus großer Höhe abgestürzt war. Das teilt die Bergwacht Brannenburg in einer Pressemeldung mit. Ein Notarzt sowie sechs Bergretter und ein Rettungshubschrauber waren vor Ort. Die Bergwacht sicherte zunächst das steile Gelände, sodass der Mann medizinisch behandelt werden konnte. Der 70-Jährige wurde in ein Krankenhaus geflogen.
Am Wendelstein verstiegen: Bei Einbruch der Dunkelheit hatten sich ein 30-Jähriger und ein 35-Jähriger aus dem Raum München am Wendelstein im Bereich der Reindlscharte verstiegen. Die Einsatzkräfte lokalisierten die beiden, fuhren mit der Zahnradbahn der Wendelsteinbahn in die Nähe der Einsatzstelle und erreichten die unverletzten, aber deutlich unterkühlten Wanderer. Die Bergwacht brachte die beiden Männer an Seilen gesichert aus dem absturzgefährdeten Gelände. Mit der Zahnradbahn ging es zurück ins Tal.
Zwischensicherung nicht eingehängt: Eine 56-jährige Frau und ein 58 Jahre alter Mann, beide aus München, waren am vergangenen Samstag, gegen 13.15 Uhr, im Klettergarten Ruhpolding/Haßlberg unterwegs. Im unteren Sektor der Route „Vater und Sohn“ gelang es dem 58-jährigen Kletterer nicht, eine Zwischensicherung einzuhängen. Er stürzte mehrere Meter auf eine Felsplatte ab. Seine Kletterpartnerin konnte den Verletzten bis an den Wandfuß ablassen. Dort wurde er laut Polizei durch seine Partnerin sowie weitere Personen erstversorgt. Die Bergwacht Ruhpolding sowie das BRK und eine Notarztbesatzung behandelten den Mann und brachten ihn ins Krankenhaus Traunstein. Der 58-Jährige erlitt bei dem Sturz Rippenbrüche und Prellungen und verletzte sich mittelschwer. Ein Fehlverhalten der sichernden Kletterpartnerin war laut Polizei nicht gegeben.