In den vergangenen Wochen habe ich einigen 18-Jährigen persönlich zum Geburtstag gratuliert, denn dieser ist eindeutig bedeutender als alle anderen im Leben. Oft wird dieses magische Datum, mit dem sich vieles ändert, von den Jugendlichen herbeigesehnt und dann natürlich auch entsprechend gefeiert.
Normalerweise, denn derzeit ist das nur eingeschränkt möglich. Eine Geburtstagsfeier mit zwei Haushalten ist keine große Sache. Die Familien und Freunde haben sich dafür einiges einfallen lassen. Ein Garten ist mit Luftballons über und über bunt geschmückt, es gibt selbst gedrehte Videoglückwünsche, und einer der Volljährigen verteilt die Kuchenstücke von der großen Geburtstagstorte in der Nachbarschaft. Auf die fehlende Party angesprochen, meint er: „Schon blöd, aber mei. Passt schon!“
Obwohl ich es den jungen Leuten nicht verdenken könnte, ich höre keinen Frust. „Das holen wir irgendwann schon nach“, meint eine andere. Auch beim Besuch des nächsten 18-Jährigen gibt es kein Gejammer.
Gestärkt und nachdenklich komme ich jedes Mal ins Pfarrhaus zurück. Von der positiven Lebenseinstellung unserer jungen Menschen kann sich mancher eine Scheibe abschneiden.
„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“ Dieses Zitat wurde Sokrates zugeschrieben. Auch wenn man sich heute nicht mehr ganz sicher ist, ob dieser Satz wirklich schon 2500 Jahre alt ist: Unsere Jugend war immer besser und schaut mit Zuversicht nach vorn.