Rosenheim – Auf die Bahn kommt Arbeit zu. Darauf lassen bereits die Reaktionen von CSU-Politikern schließen. Landtagspräsidentin Ilse Aigner, im Stimmkreis Rosenheim West verwurzelt, bezeichnet die Tunnel als richtigen Schritt, sieht aber „deutlichen Verbesserungsbedarf im Bereich nördlich von Rosenheim“. Sie erinnerte daran, mit dem Landtagskollegen Klaus Stöttner einen Dringlichkeitsantrag zur Prüfung des Verknüpfungspunkts Niederaudorf eingebracht zu haben. Stöttner wiederum mahnt Verbesserungen beim Lärmschutz an, ebenso mehr Rücksicht auf die Gemeinden nördlich Rosenheims. Auch er sieht dort dringenden Bedarf.
Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März lobt die Rücksicht auf viele Belange der Menschen, fordert jedoch ebenfalls mehr unterirdische Gleise nördlich der Stadt – und eine Untertunnelung des Inns.
Luft nach oben stellt bei allen Erfolgen auch die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig fest, „vor allem in den Regionen nördlich von Rosenheim“. Mit dem starken Drängen auf Tunnel setze man „ein deutliches Signal“, dass Schutz von Mensch und Umwelt vorrangig sei. Aber nun fange die Arbeit erst richtig an, beispielsweise werde sie sich für eine Verbesserung für Ostermünchen einsetzen.
Bei aller Anerkennung für einen „Schritt in die richtige Richtung“ äußert Landrat Otto Lederer Unverständnis darüber, dass „in der heutigen Zeit“ eine Neubaustrecke so geplant wird, dass sie Bundessstraßen oder Bahngleise oberirdisch anstatt in Tunneln kreuze. Auch die Tatsache, dass nördlich und westlich von Rosenheim keine unterirdischen Abschnitte geplant sind, sei nicht vermittelbar.
Die AfD erinnert an ihre frühen Vorstellungen von so vielen unterirdischen Abschnitten wie möglich. Bereits 2017 hab man derlei gefordert, sagte der Landtagsabgeordnete Franz Bergmüller. Fraktionskollege Andreas Winhart mahnt Aufklärung an. Die Entscheidung der Bahn schaffe im Moment nur „neue Fragen“.
Der Bauernverband erwartet von der Bahn Feinschliff, „um unsere wertvollen Landwirtschaftsflächen größtmöglich zu erhalten“. Auf fundamentale Ablehnung stößt die Planung beim Bund Naturschutz. „Nach wie vor ist der Bedarf noch nicht ausreichend geprüft, stellt der Landesbeauftragte Martin Geilhufe fest. Diesen Bedarf will unter anderem Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) aus ökologischen Gründen schaffen: „Wir brauchen rasch attraktivere Angebote durch die Bahn und bessere Rahmenbedingungen für den Schienenverkehr.“ we