Jenseits von „Machtgedöns“ und „Gegockele“

von Redaktion

Annalena Baerbock soll die Grünen als Kanzlerkandidatin im Wahlkampf führen: Stimmen aus der Region

Rosenheim – Annalena Baerbock soll für die Grünen als Kanzlerkandidatin ins Rennen gehen. Die Entscheidung zulasten ihres Co-Vorsitzenden Robert Habeck fällt bei den hiesigen Vertretern der Grünen zwar positiv aus, doch die 40-Jährige war nicht bei allen die Favoritin im Kampf um das Kanzleramt.

„Frau Baerbock ist die beste Kanzlerkandidatin, die wir für diese Bundestagswahl haben“, meint Franz Opperer, Fraktionschef der Grünen im Rosenheimer Stadtrat. Robert Habeck auf der anderen Seite sieht Opperer an anderer Stelle eines Kabinetts Baerbock: an der Spitze des Außenministeriums. „Ich sehe ihn in einem Kabinett unter Führung der Grünen zumindest ganz vorne mit dabei. Es ist ein sehr strukturierter und ideenreicher Kopf“, findet der Rosenheimer.

„Da Annalena Baerbock im Vorfeld meine persönliche Favoritin gewesen ist, freue ich mich natürlich über die bekannt gegebene Entscheidung“, sagt Georg Reinthaler, Grüner Bürgermeister aus Eiselfing. Als Parteivorsitzende habe Baerbock gerade in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie in der Lage sei, politische Ziele und Forderungen klar zu formulieren. „Ihre Themenschwerpunkte Klimaschutz, Bildung, Familie, nachhaltige Finanzpolitik sowie ein leidenschaftliches Bekenntnis zu Europa müssen im Kanzleramt endlich wieder beziehungsweise erstmals aktiv gelebt werden.“ Dass Annalena Baerbock im Gegensatz zu Robert Habeck als ehemaliger Landesminister noch keine Regierungserfahrung vorweisen könne, sieht Reinthaler dabei nicht als „Verhinderungsgrund“. „Ihr ist der Berliner Politikbetrieb als Bundestagsabgeordnete bestens bekannt“, ist er überzeugt.

Martina Thalmayr, Bad Aiblinger Stadträtin der Grünen und Sprecherin des Grünen-Kreisverbands Rosenheim Stadt und Land, findet: „Annalena Baerbock war wirklich mein Tipp. Mein ausdrücklicher Wunsch war es nicht, weil auch Robert Habeck für die Kandidatur prädestiniert gewesen wäre.“

Sie halte diese Entscheidung aber strategisch für absolut richtig. Annalena Baerbock habe eine unglaubliche Sachkompetenz, Empathie und Offenheit. „Sie umgibt sich mit keinerlei Machtgedöns. Das, was wir gerade bei der Union erleben mit einem Machtkampf und Gegockele – wer ist der Beste, wer ist der Schönste – das hat sie nicht nötig“, findet Thalmayr. Baerbock gehe es um Deutschland, um die Welt und ums Klima.ul/jek

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