Rosenheim – Zur Entscheidung der Deutschen Bahn, die sich auf die violette Trasse als Brenner-Nordzulauf durch die Region Rosenheim festgelegt hat, hat nun auch der Grünen-Kreisverband Rosenheim Stellung bezogen. Nach Einschätzung von Grünen-Sprecher Detlef Dobersalke zeige die Entscheidung, dass der Widerstand gegen die verschiedenen Trassen-Vorschläge „nicht spurlos“ an der Bahn vorbeigegangen sei, da nun die Streckenführung ausgewählt worden sei, die „im Betrieb geringere Auswirkungen auf die Bewohner des Inntals“ habe.
Die Grünen im Kreis Rosenheim hoffen jedoch, dass die Bahn noch weitere Maßnahmen ergreifen wird, um die Situation der Anwohner weiter zu verbessern, und bringt dazu eine Verlegung der Verknüpfungsstelle in den Wildbarren ins Spiel.
Da mit dem Bau und dem Betrieb jedoch „gravierende Eingriffe in die Landschaft verbunden mit hohen Belastungen für Mensch und Natur“ verbunden seien, fordert Dobersalke im Namen des Grünen-Kreisverbandes vor jeder weiteren Planung „eine qualifizierte Feststellung des gesellschaftlichen Bedarfs für dieses Jahrhundertprojekt durch die Bundesebene“.
Dobersalke machte in der Pressemitteilung der Partei zudem deutlich: „Auch wenn wir für eine konsequente Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene eintreten, halten wir an der Bedarfsstrecke als einer Option fest, wenn diese auf den Standard einer Neubaustrecke angehoben wird.“
Nach eigenen Angaben „bitter enttäuscht“ zeigte sich in Bezug auf die Trassenwahl hingegen die Schutzgemeinschaft Hofstätter- und Rinser See (SHR), die den vergangenen Dienstag, als die Bahn ihre Entscheidung bekannt gegeben hatte, als „keinen guten Tag für die Region“ bezeichnete. So sei durch die geplante Strecke der neue Trinkwasserbrunnen im Vogtareuther Ortsteil Lohen „stark bedroht“. SHR-Sprecherin Teresa Pöller glaubt: „Was wirklich auf sie zukommt, wissen viele Bürger nicht.“ mw