Rosenheim – Die Region Rosenheim befindet sich inmitten der dritten Welle – und erstmals steigt nun auch die Zahl der Corona-Todesfälle wieder merklich an. Zehn an oder mit Corona Verstorbene meldete das Gesundheitsamt Rosenheim allein für die vergangene Woche. Und die Region riss zudem eine traurige Marke: Über 500 Menschen (504) sind seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres Opfer der Virusinfektion geworden.
Bereits die erste Welle hatte Stadt und Landkreis Rosenheim vergangenes Frühjahr mit voller Wucht getroffen: Von März 2020 an stiegen die Fallzahlen in der Region rasant an – und mit ihnen die Zahl der Covid-19-Opfer. Die bittere Bilanz im Sommer, nach Ende der ersten Welle: 222 offiziell vermeldete Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 – weit mehr als so manches Bundesland. Ganz Brandenburg hatte zu diesem Zeitpunkt 169 Corona-Todesfälle, das Saarland insgesamt 174. Bayern wiederum hatte im Sommer bereits 2631 Corona-Tote zu beklagen (Stand 20. August 2020).
1. und 2. Welle: Viele Heime betroffen
Was in der Region auffällig war: Insbesondere in Gemeinden mit Corona-Ausbrüchen in Altenheimen wie in Aschau/Chiemgau waren die Sterbefälle im ersten Halbjahr 2020 überdurchschnittlich hoch. Hier zählte man bis 30. Juni 2020 bereits ebenso viele Sterbefälle (73) wie im gesamten Jahr 2019 (72).
Bundesweit ist die Zahl der Todesfälle (Gesamtzahl) in 2020 gegenüber 2019 um etwa fünf Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt aktuell mitteilte.
Nicht weniger heftig traf ab Herbst die zweite Welle die Region. Bis zum Abflachen der Fallzahlen Mitte Februar kamen in Stadt und Landkreis weitere 250 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 hinzu. Die Gesamtzahl kletterte bis 19. Februar auf 472.
Wenig später stiegen erneut die Corona-Fallzahlen an, die dritte Welle baute sich auf – und mit einer gewissen Zeitverzögerung ist nun einmal mehr ein Anstieg der Corona-Toten zu bemerken: auf zuletzt 504 vom Gesundheitsamt registrierte Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 (Stand 23. April). Allein für die Vorwoche meldete die Behörde zehn neue Todesfälle (15. April: 494) – so viele wie zuletzt im Januar/Februar.
Dabei scheint sich auch die Altersstruktur zu verschieben, die Zahl der Sterbefälle bei den Unter-60-Jährigen nimmt zu. Vier der jüngst Verstorbenen waren über 80 Jahre alt, vier zwischen 60 und 80 sowie zwei Personen und damit immerhin 20 Prozent unter 60 – wobei laut Gesundheitsamt keiner der Verstorbenen in einem Heim untergebracht war.
Durchimpfung macht sich bemerkbar
In diesem Bereich scheint sich die Durchimpfung bereits bemerkbar zu machen. Seit dem Impfstart Ende Dezember wurden in der Region gut 9200 Impfungen in Heimen und stationären Einrichtungen durchgeführt. Wann es zuletzt zu einem Corona-Todesfall in einem Heim in Stadt und Landkreis gekommen war, konnte der Sprecher des Gesundheitsamtes Rosenheim gestern auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen nicht mitteilen.
Während in Zeiten der ersten und zweiten Welle in der Region insbesondere die Altersgruppe über 80 den größten Anteil an den Corona-Toten hatte (326 von insgesamt 474 Fällen, Stand 25. Februar), verteilen sich die Fälle nun auch auf jüngere Altersgruppen.
Ein Überblick: Seit Ende Februar kamen bei den über 80-Jährigen 16 Corona-Tote hinzu (gesamt 342), bei den 60- bis 79-Jährigen neun (gesamt 143) und bei den unter 60-Jährigen fünf (gesamt 18). In der Altersgruppe unter 35 ist es seit der ersten Welle bei einem Fall geblieben. Kinder unter 15 sind in der Region bislang nicht unter den Covid-19-Todesopfern.
Unvergessen bleibt der erste offizielle Corona-Tote in der Region: der Musiker Sepp Mangstl (Dreder Musi, Höhenrainer Blaskapelle), der am 20. März 2020 im Alter von 54 Jahren im Klinikum Rosenheim infolge von Covid-19 verstorben ist.