Stabil auf hohem Niveau

von Redaktion

Corona-LAGENotbremse bleibt – Brasilianische Variante entdeckt

Rosenheim – Noch ist das „Aus“ für das Herbstfest nicht beschlossene Sache. Darauf wetten will allerdings auch niemand, nicht bei den Sieben-Tage-Inzidenzen in der Region. Denn die Zahlen sind stabil, aber eben auf hohem Niveau. Und: Das erstmalige Auftreten der brasilianischen Variante macht Sorgen.

Mutationen in
der Mehrheit

Bei 115,56 lag am Donnerstag um 0 Uhr die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis, bei 160,5 in der Stadt. Seit dem Bericht vom vergangenen Freitag wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 23 und 85 neue Fälle gemeldet. Die Mehrheit davon aufgrund von Mutationen: Neben 190 Fällen der britischen Variante – das sind rund 61 Prozent der Neuansteckungen – wurden erstmals zwei Menschen positiv auf die brasilianische Variante getestet.

Die Inzidenzzahlen der Region wären in einem anderen Bundesland vorerst kein Grund, den Zugang zu Schulen oder in Kindertagesstätten zu verwehren. Anders im Freistaat Bayern. Dort gilt für den Nachwuchs eine niedrigere Inzidenzmarke als für die Bundesnotbremse vorgesehen. Tritt für den Rest der Bundesrepublik die Pflicht zum Distanzunterricht erst ab einer Marke von 165 in Kraft, liegt in Bayern die Marke bei 100. Und damit gilt, von den üblichen Ausnahmen wie Abschlussklassen abgesehen, Fern-Lehre.

Kritischer Kontakt
im Kreis der Freunde

Im Moment stabil erscheint auch die Situation in den Kliniken. Als „angespannt, aber beherrschbar“, bewertet Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter der Krankenhauskoordinierung für den Rettungsdienstbereich Rosenheim, die Situation. Auf den Intensivstationen in Stadt und Landkreis Rosenheim werden nach seiner Auskunft derzeit 19 Patienten mit oder wegen Covid-19 behandelt, verteilt auf das Romed-Klinikum Rosenheim sowie die Schön Kliniken in Bad Aibling und Vogtareuth. Auf den Normalstationen werden 75 Patienten behandelt. Die Situation sei damit im Wesentlichen unverändert.

Fast drei Viertel aller registrierten Ansteckungen verzeichnet das Gesundheitsamt im privaten Umfeld und am Arbeitsplatz, wobei der Kontakt mit Familie und Freunden nach wie vor das größte Ansteckungsrisiko birgt.

Gut 60 Prozent der positiv Getesteten steckten sich offenbar bei dieser Gelegenheit an, 14 Prozent infizierten sich im Job, mit Folgen auch für die Firma: Aufgrund des hohen Anteils der schnell übertragbaren britischen Variante könnten aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen „ganze Betriebsbereiche“ stillgelegt werden müssen, sagt Gesundheitsamtschef Dr. Wolfgang Hierl. Eine gute Nachricht: Seine Behörde verzeichnet kaum mehr Infektionen bei Heimbewohnern. Den bislang letzten von 295 Todesfällen in einem Heim verzeichnete das Gesundheitsamt am 12. April.

Weniger Neu-Fälle
als in der Vorwoche

Auffällig: Trotz Distanzunterricht an den Schulen und Notbetreuung an den Kitas werden auch von dort Fälle registriert. Bei den Wurzelkindern Rimsting, mit elf Infizierten vergangene Woche besonders stark betroffen, wurden vergangene Woche drei neue Fälle registriert.

Das Gesundheitsamt führt auch Buch, wie es Corona-Fälle entdeckt: 42 Prozent durch die Ermittlung von Kontaktpersonen, 30 Prozent aufgrund von Symptomen und weitere 20 Prozent als Ergebnis von Reihentestungen.

Seit dem Bericht mit Stand Freitag, 23. April, 0 Uhr, wurden dem Staatlichen Gesundheitsamt 309 neue Fälle für Stadt und Landkreis innerhalb von sechs Tagen gemeldet. Zuletzt waren es – in einer ganzen Woche – 468 gewesen. Auffällig hohe Infektionszahlen werden – neben der kreisfreien Stadt Rosenheim mit 77 Infektionen – aus Kolbermoor (26 Infektionen) und Bad Aibling (21) gemeldet. Bisher sind insgesamt 16583 Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim festgestellt (Landkreis: 12947, Stadt: 3636). Bei 14890 Menschen wurde eine Genesung dokumentiert.

Vergangene Woche war mit 504 Toten in Zusammenhang mit Corona eine traurige Marke erreicht worden (Landkreis: 446, Stadt: 58). In der vergangenen Woche aber hatte die Region keine offiziell an oder mit Covid-19 Verstorbenen zu beklagen. Seit 29. März starben zehn Menschen, von ihnen litten sieben an Vorerkrankungen.

Die Corona-Lage an den Schulen

Bislang war Freitag der entscheidende Tag für Präsenz- oder Distanzunterricht. Das ist vorbei, der Freitagsinzidenzwert ist nicht mehr maßgeblich, damit treten Änderungen für Schulen und Kindertageseinrichtungen auch unter der Woche in Kraft. Beispielsweise, wenn Stadt oder Landkreis an drei Tagen hintereinander eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschreitet: Dann müssen dort Schulen wieder in den Distanzunterricht und Kitas in die Notbetreuung wechseln. Wenn eine Kommune den Wert fünf Tage hintereinander unterschreitet, treten entsprechende Erleichterungen bereits am folgenden Tag in Kraft. Trotz der Einschränkungen wurden Fälle in einem guten Dutzend Einrichtungen registriert.

Artikel 1 von 11