Rosenheim – Der Abschluss der Bauleistungs- und der Feuerrohbauversicherung für den Krankenhausneubau in Wasserburg, den der Romed-Klinikverbund zusammen mit der kbo-Inn-Salzach-Klinikum gGmbH errichtet (wir berichteten), beschäftigt jetzt auch den Aufsichtsrat der Romed-Kliniken. „Es gibt überhaupt keinen Grund, der Öffentlichkeit vorzuenthalten, wie die Versicherungsabschlüsse zustande gekommen sind. Ich werde auf jeden Fall einen Antrag auf Offenlegung stellen“, kündigt Aufsichtsratsmitglied Josef Baumann (Freie Wähler) an, der auch dem Rosenheimer Kreistag angehört.
Eine zentrale, nach wie vor unbeantwortete Frage ist, ob die in Prien ansässige Agentur Teicher & Co. OHG der Allianz-Versicherung beim Zustandekommen der Versicherungsabschlüsse in irgendeiner Form eingebunden war. Einer der Gesellschafter der Agentur ist der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner, der beim Abschluss der Verträge Mitglied des Klinikaufsichtsrates war. Er schwieg auf OVB-Nachfrage dazu, ob er persönlich oder seine Agentur eine Rolle bei den Versicherungsabschlüssen spielten. Auch der Romed-Klinikverbund hat bisher nicht alle Fragen der OVB-Heimatzeitungen zu den Versicherungsgeschäften beantwortet.
Baumann will das nicht hinnehmen; auch deshalb, weil er die Sorge hat, dass durch die Wortkargheit der Beteiligten der Aufsichtsrat in Misskredit gerät. „Wir müssen hier nicht kuschen. Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht, zu erfahren, ob die Allianz den Zuschlag erhalten hat und Klaus Söttner in irgendeiner Form am Zustandekommen des Geschäftes beteiligt war“, sagt Baumann. Er hofft darauf, dass sein Antrag breite Unterstützung im Aufsichtsrat findet. Sein Appell geht vor allem auch in Richtung der CSU-Vertreter in dem Gremium. Denen müsse doch besonders an einer sauberen Aufklärung gelegen sein, sagt der Kreisrat. „So etwas würde es bei der Stadt Wasserburg nicht geben“, kritisiert er das Verhalten des Klinikverbundes. Baumann gehört auch dem Wasserburger Stadtrat an. Wie berichtet, hatte kürzlich auch der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Winhart dem Klinikverbund ein „Transparenzproblem“ attestiert.
Der FW-Kreisrat setzt außerdem darauf, dass Landrat Otto Lederer in der nächsten öffentlichen Sitzung des Kreistags über die Versicherungsabschlüsse informiert. Norbert Kotter