Maxi kämpft fünf Wochen um sein Leben

von Redaktion

Kater frist Giftköder – Besitzer mahnt Tierhalter zur Vorsicht

Riedering – Maxi geht nicht gerne weit von zuhause weg. Und heikel ist der sechs Jahre alte Kater auch. Sagt Gabi Breitrainer über ihren Vierbeiner. Und doch waren sein Radius und die Verlockung groß genug, dass er Rattengift schluckte. Und Maxi war damit nicht allein. „Vier Katzen von einer Frau in der Nachbarschaft haben auch Rattengift gefressen, zwei haben nicht überlebt“, erzählt Gabi Breitrainer.

Maxi wohnt mitten zwischen Bach, Wiesen und Wäldern, rund hundert Meter von den letzten Häusern von Pfaffenbichl entfernt. „In der Gegend hatten wir bisher noch keine Fälle von absichtlicher Vergiftung von Tieren“, sagt Robert Maurer, Sprecher der Polizeiinspektion Rosenheim. Anfang März sei die Anzeige eingegangen. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass Köder ausgelegt worden seien. Der Polizei sind laut Maurer aktuell drei Anwohner bekannt, deren Katzen die Köder beziehungsweise das Gift gefressen haben.

„Das muss in Wienerchen, Lyoner oder irgendetwas anderem Leckeren versteckt gewesen sein“, sagt Gabi Breitrainer, denn ihr Maxi sei heikel, blanke Köder hätte der vermutlich nicht gefressen.

Dass er irgendetwas intus hatte, was ihm schadete, merkte Maxis Frauchen daran, dass ihr Tiger nur noch zuhause herumlag, gar nicht mehr vor die Tür ging. Also nichts wie ab zum Tierarzt. „Der hat dann festgestellt, dass die Blutgerinnung überhaupt nicht mehr funktioniert.“ Ein klassisches Indiz für Rattengift, denn auch die Nager verbluten innerlich, wenn sie das Gift gefressen haben. Maxi war rechtzeitig beim Tierarzt. Der verordnete Vitamin K, um die Blutgerinnung wieder ins Lot zu bringen, und noch weitere Medikamente. Die der heikle Maxi nicht in Tablettenform nahm. Gute fünf Wochen lang – Rattengifte können bis zu sechs Wochen wirken – fuhr Gabi Breitrainer zweimal täglich mit Maxi zum Tierarzt, zweimal täglich bekam Maxi eine Spritze. Bis seine Blutwerte wieder in Ordnung waren. Da kommt schnell eine vierstellige Summe an Tierarztkosten zusammen. „Es geht Maxi wieder gut. Aber er ist ängstlicher als zuvor, bleibt noch näher am Haus“, berichtet Gabi Breitrainer.

Für Polizei und Rosenheimer Staatsanwaltschaft ist es vorstellbar, dass der oder die Unbekannten Rattengift verstreut haben, um Haustiere zu töten oder an der Gesundheit zu schädigen. So weit will Gabi Breitrainer gar nicht gehen. Sie kann sich durchaus vorstellen, dass Anwohner der Bergstraße durch den nahen Bach Probleme mit Ratten haben. „Und wenn dann die Köder vielleicht nicht ganz sachgerecht ausgelegt waren…“.

Gabi Breitrainer erstattete auch Anzeige und sprach mit dem OVB, weil ganz in der Nähe des Baches ein beliebter Spazierweg entlang führt. Sie habe Anfang März direkt am Weg keine Rattengift-Köder gefunden, sagt sie. „Aber vielleicht ist es besser, wenn Hunde dort jetzt nicht frei laufen, sondern an der Leine bleiben.“ Nicht, dass noch weitere Tiere umkommen oder zum Dauergast beim Tierarzt werden. Sylvia Hampel

Artikel 3 von 11