„Ich lebe meinen Lebenstraum“

von Redaktion

Maria Griebl vom Samerberg ist Mama von sechs Kindern

Samerberg – Eingebettet in hügeliger Landschaft mit Blick auf die Berge lebt Maria Griebl (39) auf einem entlegenen Bauernhof. Hier, in Grainbach am Samerberg, hat sich die gebürtige Miesbacherin ihren Lebenstraum verwirklicht – gemeinsam mit ihrem Mann Florian und ihren sechs Kindern.

Betritt man die Stube von Familie Griebl, fällt der Blick auf zahlreiche Schuhe und Jacken im Gang. Auf der Treppe am Ende des Flurs hört man Kinderstimmen. Ein blondes Köpfchen schiebt sich um die Ecke. Seppi (2) tapst die Stufen hinunter und läuft direkt in die Arme seiner Mutter. Der Kleine ist das Nesthäkchen der Familie und der einzige Bub. Seine Schwestern sind schon einige Jahre älter.

Vor 16 Jahren schwanger
mit Drillingen

Vom Nebenraum hört man gedämpfte Stimmen. Dort, auf einer Fensterbank, sitzen drei blonde Mädchen und lauschen dem Schulunterricht. Franziska, Maria und Theresa sind 15-jährige Drillinge und die ersten Kinder von Maria Griebl. „Damals, vor 16 Jahren, sind wir in das Haus ganz frisch eingezogen und ich war sofort schwanger“, erzählt die sechsfache Mutter. Sie habe sich sehr darüber gefreut. Auch dann noch, als ihr der Frauenarzt mitteilte, dass sie Drillinge erwartet: „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich das nicht schaffen würde. Mir war nur wichtig, dass alle drei gesund sind.“

In der Küche, am großen Esstisch, breitet Maria Griebl alte Familienalben aus. Lächelnd erinnert sich die Bäuerin an die Zeit zurück, als sie mit ihrem riesigen Kinderwagen alle Blicke auf sich zog. Sie hat die Zeit als junge Mama sehr genossen. „Ich war total glücklich.“

Aber nach den Drillingen sollte noch längst nicht Schluss sein: „Ich wollte noch mindestens ein einzelnes Kind.“ Drei Jahre später kam Katharina (12) zur Welt. Darauf folgten Magdalena (8) und schließlich der kleine Seppi. „Meine Kinder haben sich immer so mit mir gefreut, wenn ich schwanger war“, erzählt Maria Griebl. Diese Vorfreude auf ein neues Kind, das sei einfach unbeschreiblich.

Sie selbst stammt ebenfalls aus einer großen Familie. Als Älteste von sieben Kindern sei sie „alles anderes als verwöhnt“ worden, berichtet die gelernte Dorfhelferin. Auch ihre Kinder müssten zu Hause mit anpacken. „Selbstständigkeit ist bei uns großgeschrieben.“

Für sie ist ein Bauernhof der ideale Ort zum Kinder großziehen. Die Kleinen können sich in der Natur bewegen und lernen auch die Stall- und Hausarbeit kennen. Das Anlernen sei nicht immer ein Zuckerschlecken gewesen, macht die 39-Jährige deutlich. Aber mittlerweile profitiere sie auch davon.

Am Muttertag schmeißen die
Kinder den Haushalt

Vor allem am Muttertag hat sie jedes Jahr „stallfrei“. Da kann sie ausschlafen und ihre Kinder schmeißen den Haushalt. „Ich mag den Muttertag total gerne.“ Auch deshalb, weil sie es liebt, ihre Mama zu beschenken: „Die eigene Mutter zu schätzen, zeugt doch von einem guten Charakter“, findet die 39-Jährige. Ihr ist es wichtig, anständige Menschen heranzuziehen. Dabei möchte sie auch religiöse Werte vermitteln: „Ein Herrgottswinkel am Esstisch ist mir zum Beispiel schon sehr wichtig.“ Auch Tischgebete gehören zum Mittag- und Abendessen dazu.

Schade findet sie es, dass einige Rituale langsam verschwinden. Gemeinsame Filmabende mit der Familie gibt es nur noch selten. Die Drillinge werden groß. Ein Wunsch von ihr wäre es deshalb, einmal einen gemeinsamen Urlaub zu verbringen, solange die Mädchen noch wollen. Sie liebt es, ihre Kinder um sich zu haben. Auch jetzt, während Corona. In dem riesigen Bauernhaus haben die Kinder genügend Platz und erledigen auch relativ eigenständig ihre Hausaufgaben, sagt deren Mutter.

Ein Universalrezept für die ideale Kindererziehung gibt es nicht, ist Maria Griebl überzeugt. Ihr einziger Tipp: Nicht stressen lassen. Gerade, was Aufräumen und Putzen betrifft. „Auch bei uns ist nicht immer alles rosarot.“

Aber Muttersein bedeutet ihr alles: „Ich lebe meinen Lebenstraum.“

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