Rosenheim – Noch haben Privatarztpraxen in Stadt und Landkreis Rosenheim keine Möglichkeit, ihre Patienten gegen Corona zu impfen. Grund: Sie erhalten keinen Impfstoff, weil sie nicht der Kassenärztlichen Vereinigung angehören, die für die Verteilung des Serums zuständig ist. Diese Praxis hatte zuletzt der in Bad Aibling ansässige Mediziner Dr. Rainer Keller scharf kritisiert (wir berichteten). Die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig hatte daraufhin im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen Verständnis für die Kritik der Privatärzte gezeigt und diese Problematik in Berlin angesprochen. Jetzt kann sie den Privatärzten Hoffnung machen, dass auch sie bald in die Impfkampagne eingebunden und mit Serum versorgt werden. Eine entsprechende Information erhielt sie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Zusammenkunft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dort trug ihm die Abgeordnete die Kritik aus ihrem Wahlkreis vor. Dass die Privatärzte bisher nicht in das Programm einbezogen worden seien, liege daran, dass erst die rechtlichen Voraussetzungen für zwei Bedingungen geschaffen werden müssten, damit sie Impfstoff bekommen. Sie müssen den Nachweis erbringen, eine Praxis zu betreiben. Und sie müssen sich verpflichten, am Impf-Monitoring des Robert-Koch-Instituts teilzunehmen. Dieses wertet auf der Basis der von den Ärzten gelieferten Daten die Kampagne aus. Kassenärzte nehmen über die KV automatisch an dem Monitoring teil.Norbert Kotter