Grassau – Die vom Traunsteiner Landratsamt geforderte Abreise von Familienangehörigen der Profi-Kicker des FC Bayern am Freitagabend in Grassau (wir berichteten) verlief reibungslos. Dies berichtete Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) gestern auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen.
Während der DFB nichts dagegen einzuwenden hatte, dass die Bayernspieler ihre getesteten Frauen nach häuslicher Isolierung mit ins Quarantäne-Trainingslager ins Achental Resort nach Grassau mitnehmen, hatten es die Verantwortlichen versäumt, sich über die örtlichen Gegebenheiten beim Landratsamt Traunstein zu informieren.
Im Landkreis sind touristische Aufenthalte aufgrund der geltenden Corona-Regelungen nämlich derzeit noch untersagt. Gestattet ist ausschließlich der Aufenthalt der Berufssportler und der Personen, die zur Durchführung des Trainingsbetriebs notwendig sind. Grassaus Bürgermeister Kattari betonte gestern: „Ich bedauere, dass die Umstände momentan so sind. Wir wären gerne ein besserer Gastgeber für den FC Bayern gewesen. Aber es geht nicht und ich stehe vollkommen hinter der Haltung des Gesundheitsamtes.“ Am Freitag hätten „den ganzen Tag ausführliche Gespräche“ mit dem FC Bayern stattgefunden, sowohl der Verein als auch das Hotel hätten sich „kooperativ“ gezeigt.
Insgesamt verlaufe das Trainingslager mit dem deutschen Rekordmeister in Grassau ruhig. Von einigen Anwohnern habe es Anfragen wegen des gesperrten Weges zwischen Sportplatz und Hotel gegeben. „Unsere klare Aussage war, dass dieser Weg nur so lange gesperrt wird, so lange die Spieler zwischen Sportplatz und Hotel hin- und hergehen und dass sich die Anwohner sonst frei bewegen können“, so Kattari. Er geht von einem Kommunikationsproblem aus, das sich am heutigen Montag vermutlich kläre. tw