Der Piks zumindest für chronisch Kranke

von Redaktion

Was Vertreter von Schulen, Ärzteschaft und Eltern von Corona-Impfungen für Jugendliche unter 16 halten

Rosenheim – Am Donnerstag haben Bund und Länder neue Vereinbarungen zur Corona-Impfstrategie getroffen. Demnach sollen auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ein Impfangebot bekommen. Wenngleich die Politik keine Garantie für Impftermine geben will. Doch den Bundesländern bleibt es anheimgestellt, ob sie einzelne Impfkampagnen für Kinder und Jugendliche organisieren. Vertreter aus der Region hadern mit der Entscheidung, allen Kindern und Jugendlichen ein Angebot zu machen oder halten sich bedeckt.

Größerer Mangel
befürchtet

„Je mehr geimpft sind, desto sicherer macht dies die Schulen – egal ob Erwachsene oder Kinder“, schlussfolgert der Leiter des Staatlichen Schulamts Rosenheim, Edgar Müller. Zum Thema selbst positionieren will er sich jedoch nicht. Zu entscheiden, ob eine Impfung für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sinnvoll ist oder nicht, obliege den Virologen, die Entscheidung hierüber letztendlich der Politik.

Zumindest für das gemeinsame Impfzentrum von Landkreis und Stadt Rosenheim steht wohl nicht in Aussicht, dass hier auf absehbare Zeit Kinder und Jugendliche geimpft werden: „Das Gesundheitsministerium hat im Zusammenhang mit der Entscheidung der Bundesregierung darauf hingewiesen, dass die Impfpriorisierung in den Impfzentren beibehalten wird“, sagt dessen Leiter Hans Meyrl. Er befürchtet dennoch Konsequenzen für die laufende Impfkampagne: „Die Ausweitung des Impfangebots für diese Altersgruppe wird lediglich zu einer Potenzierung des Mangels an Impfstoffen und zu zusätzlicher Frustration bei den vermeintlich Begünstigten dieser Regelung führen.“ Der Rosenheimer Facharzt für Kinder-Lungenheilkunde, Otto Laub, denkt, dass man um die Impfung von Kindern und Jugendlichen nicht herumkommt. Insbesondere für chronisch kranke Kinder hält er eine Impfung gegen das Coronavirus für sinnvoll.

„Das Problem in der jetzigen Diskussion ist, dass wir Ärzte nicht immer genau wissen, wie die Datenlage ist, da wir nicht alle Studien einsehen können“, sagt Laub. Dies bleibe der Europäischen Arzneimittelagentur oder dem Robert-Koch-Institut vorbehalten. Und damit auch die prinzipielle Entscheidung, ob die Impfstoffe für Jugendliche unter 16 Jahren zugelassen werden oder nicht.

Kein Grund,
übereilt zu handeln

Doch es gibt auch Zweifel an einer all zu übereilten Corona-Impfung für Kinder: „Kinder haben es gar nicht nötig“, findet die Mühldorferin Martina Maier-Krampf. Sie hat zwei Kinder im Grundschulalter, für die eine Impfung noch nicht infrage komme. Aber auch bei älteren Kindern sieht die Mühldorferin keinen Grund, übereilt zu handeln. „Die Not, die die Krankheit hervorruft, ist bei Kindern doch gar nicht gegeben“, sagt sie und verweist auf die geringen Beschwerden, unter denen an Covid-19 erkrankte Kinder leiden. Deshalb sollte Impfstoff für Kinder zunächst sorgfältig geprüft werden, bevor die ersten Nadeln angesetzt werden. jek/hon

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